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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Ein Synthesizer für den Dubstep-Hit

Jahresrückblick 2012

Ende 2011 kritisierte der britische Produzent James Blake die Protagonisten der aufstrebenden US-Dubstep-Szene, deren hochgezüchtete Effekt-Gewitter hätten mit der Grundidee der britischen Bass-Musik nichts zu tun. Wen Blake damals genau genommen an den Pranger stellte: den digitalen Synthesizer »Massive« der Berliner Softwarefirma Native Instruments.
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Ende 2012 wundert sich niemand mehr darüber, dass mit Skrillex der wichtigste Protagonist der US-Dubstep-Szene ein Korn-Album produziert, Justin Bieber mit einer aufgepumpten Dubstep-Nummer auf Platz 6 der Billboard Charts landet und selbst Muse auf wabernde Halftime-Beats setzen.

Den Ursprung des charakteristischen Klanges, der unentwegt stotternden und kreischenden Sägezahn-Bässe, findet man mitnichten in Übersee, sondern in Berlin bei der Musiksoftware-Schmiede Native Instruments. Deren digitaler Synthesizer Massive ermöglichte die verzerrten Bass-Riffs, wie man sie von Skrillex, Nero oder Rusko kennt.

»Massive ist durch sein spezielles Synthese-Konzept prädestiniert für aggressive Sounds der etwas härteren Gangart«, bringt es Constantin Köhncke von Native Instruments auf den Punkt. Zum Imageschutz seiner Software betont er aber, dass durch den flexiblen Signal-Fluss – also den Weg des Signals durch die klangverändernden Stationen wie Filter oder Modulatoren – das Spektrum potenzieller Sounds und Effekte viel breiter sei.

Das spiegelt sich auch in der prominenten Massive-Käuferschaft wider, die neben Sägezahn-Fans wie Skrillex, Diplo und The Prodigy mittlerweile auch Künstler wie Jamie Lidell und Jeru The Damaja umfasst. Sogar Timbaland kam höchstpersönlich bei Native Instruments vorbei, um sich den subtraktiven Synthesizer demonstrieren zu lassen. Wenig später spielte der Starproduzent die prägnante Lead-Melodie auf Justin Timberlakes »My Love« mit Massive ein. Definitiv das Audio-Tool des Jahres 2012. Und ein würdiger Nachfolger des mittlerweile sogar in Indie-Produktionen wütenden Autotune (bekannt geworden als Cher-Effekt), das zuletzt sogar Sufjan Stevens für sich entdeckte.



Weitere Rückblicke auf das Jahr 2012 findet ihr hier.