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Finale in Berlin: Ein Prost auf die Vielfalt!

Jägermeister Rock:Liga

Die Schweden Friska Viljor sind als Siegerband der Rock:Liga quasi die Jägermeister der Saison...
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Die Schweden Friska Viljor sind als Siegerband der Rock:Liga quasi die Jägermeister der Saison...Judith Jung war für uns in Berlin dabei.


16.05.2009, Berlin, Kesselhaus.

Selten war das Line-up des Jägermeister Rock:Liga-Finales so ein buntes Stil-Potpourri: Die Mannequin, The Whip, The Blood Arm und Friska Viljor hatten es geschafft, sich gegen die Konkurrenz in den Vorrunden durchzusetzen, und kämpften um die Gunst des Publikums. Zuletzt entschied der Applaus, wer gewann. Fangen wir doch aber vorne an.

Punk, Testosteron-schwanger, dreckig und laut – gespielt von einer Frau. Die Mannequin räumten mit gängigen Geschlechterrollen gleich mal auf, denn Frontfrau Care Failure drosch so breitbeinig auf ihre Gitarre ein und rutschte so gekonnt auf den Knien herum, dass andere Vertreter des Genres sicherlich vor Neid erblasst wären.

Mit The Whip hielt anschließend der Elektro-Rock auf der Bühne Einzug. Auch die Briten bestachen durch eine angenehm unkonventionelle Rollenverteilung, denn am Schlagzeug saß die ausnehmend hübsche Lil Fee und ließ mit wallender Mähne die Drumsticks auf die Trommeln knallen. Neben dem deftigen Beat und Indiegitarren gab es Synthiegewaber und -gezirpe, dass einem wohlig die Nasenspitze vibrieren und die Beine zucken ließ.

Eine Wirbelsturmwarnung wäre vor dem Set von The Blood Arm durchaus nicht fehl am Platze gewesen. Wer hätte wissen können, dass man sich mit Frontmann Nathaniel Fregoso einen echten Hurrikan auf die Bühne geholt hatte? Dieser war äußerst gut aufgelegt und gab an, nicht nur auf die Trophäe aus zu sein, sondern auch seine zukünftige Ehefrau finden zu wollen. Zu diesem Zweck unternahm er größere Wanderungen durch das Publikum und brachte es zwischenzeitlich trotz Bombenstimmung dazu, sich mit ihm hinzusetzen.

Zuletzt gaben sich noch Friska Viljor (Foto) die Ehre, die vom Publikum schon heiß erwartet schienen. Die sympathischen Bartträger überzeugten von der ersten Minute an mit ihrer fröhlichen Wärme, und ihr Indie-Rock brachte im Nu die gesamte Zuschauerriege zum zappeln. Scheinbar hatten die Schweden auch die treuesten Fans, denn bei der Schlussabstimmung gewannen sie schließlich mit einigem Lautstärkenvorsprung die Jägermeister-Trophäe.