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Libertatia

Ja, Panik!

Wie kreiert man einen Nachfolger für eine Platte, die scheinbar so definitiv die Position einer Band formuliert hat wie Ja, Panik! mit »DMD KIU LIDT«? Ganz einfach: Man wird eine andere, neue Band. »Libertatia« ist der Glaube an eine Utopie. Die Idee, dass ein anderes Leben möglich wäre.
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In manchen Kreisen wird dem letzten Ja-Panik-Album »DMD KIU LIDT« ja eine Stellung wie Blumfelds »L’Etat Et Moi« zugeordnet und es als nicht weniger als ein Jahrzehnt-Werk betrachtet. Nur: Wie kreiert man einen Nachfolger für eine Platte, die scheinbar so definitiv die Position einer Band formuliert hat? Ganz einfach: Man wird eine andere, neue Band. In gewisser Weise beantworten die Österreicher also die Folgeplattenfrage wie damals Blumfeld, als sie mit »Old Nobody« zurückkehrten: andere Bandbesetzung und frische Einflüsse. »Libertatia« will Groove und Funk sein und ist dabei immer Pop: der frühe Prince, die späten Roxy Music und »Sandinista!« von The Clash statt John Cale und Bob Dylan.

»Libertatia« ist geradezu erschreckend catchy, dabei aber – und hier ist der große Unterschied zu Blumfelds »Old Nobody« – textlich mitnichten ein Rückzug aufs Ich, kein Reiten auf den Wellen der Liebe, sondern noch kämpferischer, politisch klarer, ärger als je zuvor. Kein Song fasst das besser zusammen als »Dance The ECB« – da ist es wieder, das alte Emma-Goldman-Anarchisten-Bonmot, dass man zur Revolution aber auch bitte schön tanzen möchte! Lediglich die Stoßrichtung verändert sich: War »DMD KIU LIDT« noch ein Wutschrei, der alles inklusive Merkel und Sarkozy wegsprengen wollte, ist »Libertatia« der Glaube an eine Utopie. Die Idee, dass ein anderes Leben möglich wäre.

 

In drei Worten: Utopie / Veränderung / Pop

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