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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Mizoknek

Iso 68

Was machen moderne Menschen so, wenn sie sich nicht grade den Kopf darüber zerbrechen, warum man sich dauernd über das “Elektronische” irgendwelcher Musik auslassen soll? Computer, Sampler und Keyboards benutzen ja inzwischen eh irgendwie alle. Es müssen also andere Gründe her, warum man
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Autor: intro.de

Was machen moderne Menschen so, wenn sie sich nicht grade den Kopf darüber zerbrechen, warum man sich dauernd über das “Elektronische” irgendwelcher Musik auslassen soll? Computer, Sampler und Keyboards benutzen ja inzwischen eh irgendwie alle. Es müssen also andere Gründe her, warum man die zweite Platte von Thomas Leboeg und Florian Zimmer (Fred Is Dead) einfach lieben muss. Sympathiepunkte gibt’s bereits für das innovative Hausmusik-Umfeld nebst Indie-Schnittstelle, und auch sonst bemüht man sich bereits bei Covergestaltung (ein paar Waldtiere wollen gestreichelt werden) und Titelwahl (“Catzen”, “Zwischenlichtern”) um Nettigkeit und Wärme. Von zur Schau gestellter Niedlichkeit bleibt man aber bei den sparsam instrumentierten, sehr entspannten und wundervoll mäandernden Slow-Motion-Tracks verschont. Dezente Dub-Anleihen und rhythmisches Knarzen und Knistern neben dem lose organisierten, swingenden Live-Schlagzeug von Zimmer geben dem Ganzen eine leicht düstere Spröde, aber auch einen Tiefgang, der mit “abstrakt” oder “intelligent” nicht einfach abgehakt werden kann. Dann doch so elegante Tracks wie “Catzen” und hinterher die ein oder andere Jazz-Platte hören oder sich an der ernst gemeinten Aufrichtigkeit und feierlichen Schönheit von Tracks wie “Interna” erfreuen. Oder daran, dass Iso 68 live sogar die Genialität besitzen, Songs von Contriva zu remixen. Gut oder Böse entscheidet sich eben nicht am “Wie”, sondern am “Warum”, und da hat man bei Iso 68 einfach ein warmes Gefühl im Bauch.