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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Feels Like Air«

Island

»Feels Like Air« ist eine Wiederbelebungsmaßnahme für den Britrock der 2000er – Operation geglückt, Patient befindet sich auf dem Weg der Besserung.

Geschrieben am

Zeitsprung zurück in die Mitte der 2000er: Eine Welle britischer Gitarrenmusik überrollt mal wieder die Tanzböden der angesagten Independent-Diskotheken. Jeder, der nur annähernd etwas auf sich hält, möchte auch endlich Teil einer Jugendbewegung sein. Diese Zeiten sind längst vorbei, der Britrock dümpelt seitdem nur noch vor sich hin. Das Londoner Quartett Island um Frontmann Rollo Doherty macht daher auch keinen großen Hehl aus seiner Rettungsmission. Nach zwei gefeierten EPs hat es nun endlich das lang erwartete Debüt auf den Weg gebracht. Die Vorbilder sind dabei recht schnell ausgemacht, die Briten klingen aber selten so tanzbar wie die Foals oder so rotzig wie die frühen Arctic Monkeys. Eine gewisse Schnittmenge gibt es – nicht nur stimmlich – am ehesten mit den Kooks.

Island sind kein müder Aufguss ihrer Vorbilder, sie verpassen ihrem schwebenden Sound lieber eine reflektierte Note, etwa im bluesigen »The Day I Die«. Griffige Hooklines hat die Band zur Genüge, und trotz des hymnischen Ansatzes in der Komposition wohnt den Songs stets eine zarte Melancholie inne. Selbst inhaltlich Aufbruchsstimmung vermittelnde Tracks wie die Single »Ride« erfahren so eine spürbar introvertierte Erdung. »Feels Like Air« wird es sich zu Recht in der Campusradio-Rotation gemütlich machen können und es dabei vielleicht sogar schaffen, dem angestaubten britischen Gitarrenrock wieder auf die Sprünge zu helfen.

ISLAND

Feels Like Air

Release: 06.04.2018

℗ 2018 Frenchkiss Records