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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Irgendwo in Afrika

The Dodos

Das ist ja ein ganz schön anregendes Rhythmuswirrwarr, das The Dodos aus San Francisco da auf ihrer neuen Platte "Visiter" veranstalten.
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Das ist ja ein ganz schön anregendes Rhythmuswirrwarr, das The Dodos aus San Francisco da auf ihrer neuen Platte "Visiter" veranstalten. Wie kommt man in der Hippiemetropole nur auf so was? Christian Steinbrink hat jeden hörbaren Einfluss feinsäuberlich notiert und legt seine Ergebnisse der Band zur Stellungnahme vor.

Meric, eurer Platte hört man ziemlich deutlich an, dass ihr ein ausgeprägtes Interesse an stilistischer Entwicklung habt. Wieso seid ihr trotzdem noch ein Duo? Dadurch sind eure Möglichkeiten doch arg begrenzt ...
Ja, da hast du recht, deshalb sind wir seit drei Monaten ein Trio. Gerade live hatten wir zu zweit, mit Schlagzeug und Gitarre, unsere Grenzen erreicht. Wir wollten da mehr Möglichkeiten, deshalb haben wir uns entschieden, Joe, einen alten Freund von uns, in die Band aufzunehmen.

Offensichtlich ist die stilistische Breite speziell eurer Rhythmen. Liegt darin euer Hauptinteresse?
Unser Songwriting ist einfach sehr fokussiert auf Rhythmen, sowohl beim Schlagzeug als auch bei der Gitarre. Es hat in der Tat sehr lange gedauert, bis wir so richtig zusammengefunden und eine Idee davon bekommen hatten, was wir tun sollten.

Manche Parts auf der Platte haben mich sogar an Stepptanz erinnert. Das benutzt ihr aber nicht wirklich, oder?
Na ja, ich habe früher tatsächlich Stepptanz gemacht. Das ist kein Geheimnis, ich habe gelernt, meine Vergangenheit zu akzeptieren: Meine Schwester ist Stepptanzlehrerin. Sie hat mir einiges beigebracht, und ich habe sogar versucht, eine Show damit zu machen: Gitarre zu spielen und dazu Stepptanz vorzuführen.

Es fällt auf, dass viele der neuen US-Bands mit außergewöhnlichen Rhythmen experimentieren, zum Beispiel Vampire Weekend. Ist euch das auch aufgefallen? Und ist das etwas, das euch ermutigt oder inspiriert hat?

Ich bin damit in Berührung gekommen, als ich westafrikanisches Schlagzeug studiert habe. Genau genommen lerne ich immer noch von dieser Folklore. Es gibt darin Taktbezeichnungen, Instrumente und sogar Noten, die in unserem Kulturkreis nicht existieren. Das alles hat mein Verständnis von Rhythmen sehr beeinflusst. Ich glaube aber nicht, dass diese Einflüsse so weitreichend sind, dass sich daraus eine Bewegung konstruieren lässt. Genau genommen waren Ansätze davon schon immer in westlicher Popmusik vertreten. Viele Bands haben schon mit afrikanischen Schlagzeugsounds gearbeitet, selbst in der Popmusik der 80er. Sting zum Beispiel hat das in den USA sehr bekannt gemacht. Für mich selbst ist es aber in erster Linie eine sehr persönliche Sache, weil mir diese Musik - und die Kultur dahinter - sehr viel gebracht hat.