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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Die Phantom-Innovation

iPad-DJing

Mit Native Instruments’ »Traktor« und touchAbles »d(- -)b« sind in diesem Jahr gleich zwei hochwertige DJ-Apps für das iPad erschienen. Hinter die DJ-Kanzel möchte sich damit dennoch niemand stellen. Warum eigentlich nicht?
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Das Verhältnis der Club-Szene zu moderner Technik kann manchmal ganz schön schizophren sein. Einerseits basiert das ganze Schaffen der Community auf den Errungenschaften der Technik, andererseits bilden Credos wie »Analog ist besser« oder »Vinyl only« nach wie vor eher die Regel denn die Ausnahme. So wird auch Apples iPad, das der Club-Kompatibilität in diesem Jahr mit zahlreichen hochwertigen Apps wieder ein Stückchen näher gekommen ist, nach wie vor mehr als stiefmütterlich behandelt. Als Native Instruments seine populäre DJ-Software »Traktor« in diesem Jahr für das iPad vorstellte, kamen führende Technik-Instanzen wie Wired und Gizmodo aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Techno-Legende Richie Hawtin warb gar offiziell für den Tablet-Ableger der beliebten DJ-Software. Ändern dürfte sich dennoch erst mal gar nichts, denn die vermeintliche Blöße, sich mit einem oder auch zwei iPads hinter die DJ-Kanzel zu stellen, möchte sich keiner geben.

Dabei drängt sich der Tablet-PC im Allgemeinen allein schon durch seine haptische Bedienung geradezu auf, um sich durch Wellenformen zu wischen, Parameter per Fingertipp zu manipulieren oder komplexe Loop-Algorithmen zu kreieren. Doch lieber bringt man die MP3s weiter mit sogenannten Timecode-Schallplatten auf die richtige Geschwindigkeit, um wenigstens die Illusion des klassischen Handwerks zu wahren. Und wenn wir schon vom klassischen Handwerk sprechen: Streng genommen ist der Touchscreen sogar älter als DJing selbst, ließ sich doch schon der Fairlight CMI, einer der ersten Studiosynthesizer aus dem Jahre 1979, per Wischbewebung steuern.