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Introducing

So war’s in Berlin: Atmosphärische Experimente

Introducing mit Clean Bandit, Ratking und Young & Sick II

Ratking präsentieren ihr neues Album bei der Introducing Reihe zwischen Young& Sick und Clean Bandit im Berliner Lido. Eine Gast-Konzertkritik von Johann Voigt.
Geschrieben am

15.5.14, Berlin, Lido

 

Nach vielen Bands aus den Bereichen Electro-Pop und Indie-Rock fand sich im Mai zur Abwechslung mal ein Rap-Act im Line-up der Introducing-Reihe. Das New Yorker Trio Ratking bespielte an einem lauen Donnerstagabend das gutgefüllte Berliner Lido.

Die Drei Herren vom Big Apple, die mit ihrer 2012er-EP »Wiki93« von vielen Bloggern wohlwollend als das nächste große Ding hochstilisiert wurden und Kritiker auch mit ihrem vor kurzem veröffentlichten Debüt »So It Goes« zufriedenstellen konnten, überzeugten durch ihren ganz eigenen Soundentwurf.

 

Spacige, experimentelle Instrumentals aus den Maschinen von Produzent Sporting Life hallten durch die Berliner Abendluft – abstrakte Klangspielereien, undurchschaubare Sample-Fetzen, gepaart mit wummernden Bässen sorgten für eine Ästhetik irgendwo zwischen Noise Music und Trap. Während Wiki technisch versiert mit Reimketten um sich schmiss und ein unglaubliches Tempo an den Tag legte, verlor sich Hak in verträumtem Gesang und sorgte so für einen angenehmen Kontrastpunkt. Die Künstler spielten im Gegensatz zu vielen Kollegen aus den USA eine motivierte Show und als Hak auf der Bühne, begleitet von atmosphärischen Synthesizerklängen, immer wieder an seinem Tee nippte, merkte man, wie weit weg die Drei sich eigentlich von gängigen HipHop-Klischees bewegten.

 

Leider war ein großer Teil des Publikums weniger begeistert. Viele standen etwas unschlüssig vor den sich abrackernden Künstlern, nickten etwas mit dem Kopf, aber wussten doch nicht so recht, was sie mit dem Sound von Ratking anfangen sollten. Klar, ein großer Teil der Leute war sicher auch wegen den anderen Acts Young & Sick und Clean Bandit gekommen, aber ein bisschen mehr Begeisterung wäre nur fair gewesen. Das die Stimmungskurve dabei erst wieder Anstieg, als nach dem Auftritt Lykke Lis »I Follow Rivers« angespielt wurde, sorgte für einen etwas faden Beigeschmack. Einigen wird jedoch eine großartig energiegeladene Show von drei Musikern in Erinnerung bleiben, die merklich Spaß an dem hatten und haben, was sie machen.