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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Introducing

So war’s in Berlin: Tschüss, Schubladenniveau!

Introducing mit Clean Bandit, Ratking und Young & Sick I

Bastmütze und Karibik-Shirt, blaue Haare und graue Hoodies. Dazu Ambient-Funk, Elektro-Pop, zugespitzte Raps - verfeinert mit klassischen Geigentönen: Introducing in Berlin-Kreuzberg. Eine Gast-Konzertkritik von Carina Kaiser.
Geschrieben am

15.5.14, Berlin, Lido

 

Der Holländer Nick von Hofwegen weiß, was die Masse in Bewegung bringt. Er steht mit Bastmütze und buntem Karibik-Print-Shirt vor seiner Band Young&Sick auf der Bühne. Sie heizen dem Publikum mit einer Mischung aus Soul, Blues und facettenreichem Funk so richtig ein. Wechselnd grooviger Slap-Bass, cleane Schrammel-Gitarre. Neben den akustisch-elektronisch gepaarten, perkussiven Rhythmus-Elementen katapultiert uns vor allem der Vocal-Pitch im Duett-Einklang mit der Synthie-Lady raus in die weiten Welten sphärischer Klänge. Für’s Publikum nicht überzeugend genug.

Beim Nächsten Act dröhnt eine deepe Stimme durch den Club: »How is everyone feeeeelin??« Die Stereo-Typen Ratking hüpfen in grauen Hoodies auf die Bühne und steigen sofort in den ersten Song ein. Die Arme der Massen bouncen auf und ab, während Ratking Einblick in ihre wilden Kanäle gewähren. Raps über die Straßen New Yorks  vermischt mit Hardcore-inspirierten und ausgeklügelten Hooks, die den Boden der Tanzfläche zum Vibrieren bringen. Das Rapper-Duo drescht unter hektischen Moves diverse dreckige Titel ins Mic, während der dritte mit einem Drumstick auf Trackpad die Patterns schustert. In den ersten fünf Reihen kommt das gut an.

 

Auftritt Clean Bandit mit zwei Gast-Sängerinnen. Das Geschrei des Publikums übertönt den Applaus. Es ertönt ein elektronisches Violoncello - gestrichen und gezupft von der blonde Grace Chatto im bauchfreien, rosafarbenen Kostüm. In der Mitte lassen sich die zwei Gastsängerinnen feiern: Florence Rawlings in kurzen schwarzen Shorts und Elisabeth Troy mit krass blauen Haaren. Ganz rechts Neil Amin-Smith, der zwischen seinen Geigeneinlagen wie berauscht abzappelt. Drums und Synthies sind eher zurückhaltend und ziehen ihr Ding straight durch. Die Masse feiert den mit klassischen Elementen gepaarten Elektro-Pop der Newcomer ab. Neben Chart-Songs präsentiert die Band clubbigen Disco-Sound und Bingo-Bongo-Xylo-Klänge. Selbstverständlich gemixt mit klassischen Cello- und Geigenpassagen. Und das kommt an. Spätestens bei ihrem Song »Rather Be« holt Cean Bandit die Masse ab. Introducing bedient an diesem Abend viel mehr als nur ein und dieselbe Schublade. Eine Vielfalt ganz nach Berliner Geschmack.