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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Introducing

Unsere gemeinsame Nacht

Introducing im Mai

Wir hatten ja schon viele Glückstreffer dabei, aber – bei aller Bescheidenheit – so gut besetzt wie im Mai waren unsere Introducing-Abende wohl noch nie.
Geschrieben am

Allen voran stehen Ratking, New Yorks next great Nachwuchs, deren Debüt »So It Goes« wie ein grimmiges Update des Beastie-Boys-Frühwerks klingt. Die fanden wir so gut, dass wir ihnen ab Seite 58 einen satten Vierseiter widmen. Außerdem dabei: Clean Bandit, die mit »Rather Be« gerade die Charts regieren, sowie der Künstler und Musiker Young & Sick. Wie immer gilt: auf www.introducing.de registrieren und gratis zu Gast sein.

Clean Bandit

Von Mozart bis Shanty

 

Die vier Briten von Clean Bandit widmen sich einer Frage, der man sich zuvor eher, sagen wir mal, ängstlich genähert hat: Was passiert, wenn man klassische Streicher-Arrangements mit zeitgemäßen Beats kreuzt? Die Antwort hat wohl alle überrascht: Es kommt ein Hit raus. Zumindest, wenn man es richtig anstellt. Ihre Single »Mozart’s House« bewies das in kleinem Stil und chartete in ihrer Heimat auf Platz 17, bis dann die aktuelle Single »Rather Be« einschlug und in UK und Deutschland auf Platz 1 landete. 

 

Die Band – Jack Patterson, 27, an Beats, Synths und Midi-Saxofon; Luke Patterson, 21, am Schlagzeug; Grace Chatto, 28, am Cello; Neil Amin-Smith, 24, an der Violine – begann 2008 zusammen Musik zu machen, als drei der vier Bandmitglieder an der Cambridge University studierten. Eines Tages bastelte Jack mit einer Aufnahme des Streicher-Quartetts seiner Freundin Grace rum, loopte sie, legte Beats drauf, und plötzlich klang das wirklich gut. 

 

Neil spielt seit seinem zweiten Lebensjahr Geige. Für ihn gehörte es schon als Kind zur täglichen Routine, vor Schulbeginn anderthalb Stunden zu üben. »Ich empfand das aber nie als anstrengend, es war meine Leidenschaft, es hat einfach zu mir gehört«, erzählt der Violinist. Vielleicht habe er immer weniger Freunde gehabt als seine Klassenkameraden, aber auch das sei nicht schlimm gewesen, fügt er hinzu. 

Die Band besteht aus einem Pärchen und zwei Brüdern, untereinander sind sie alle befreundet. Eine Konstellation, die eigentlich irgendwie nach Ärger riechen könnte. Für Clean Bandit ist das aber gar kein Problem: »Wir genießen die Zeit zusammen sehr, vor allem, wenn wir unterwegs sind. Denn abends im Hotel fühlt es sich immer so an, als würden wir einfach zusammen Urlaub machen«, sagt Grace.

 

 

Clean Bandit mixen auf ihrem Album »New Eyes«, das Ende Mai erscheinen soll, sämtliche Musikstile miteinander. Ob Pop, House, Folk, UK-Garage oder Reggae, wenn sie musizieren, gibt es für die vier keine Grenzen. »Da wir keinen festen Sänger haben, definiert sich unser Sound natürlich auch stark über die jeweiligen Gastsänger«, erklärt Jack. Für den Song »Come Over« haben sie sich zum Beispiel den Londoner Dancehall-Musiker Stylo G ins Boot geholt. Die Melodie zu dem Track »UK Shanty« hingegen entstand aus einer Idee für ein Video: »Wir wollten ans Meer fahren und dort drehen, deshalb haben wir dann auch eine Melodie geschrieben, die an Seemannslieder erinnert«, so Grace.

 

Für Grace und Neil war vor allem die Umstellung von klassischen Konzerten zu Gigs als Dance-Music-Band schwierig: »Bei Konzerten mit Clean Bandit muss man vor allem auch darauf achten, wie man sich auf der Bühne gibt, die Interaktion mit dem Publikum ist sehr wichtig. Bei klassischen Konzerten spielt das gar keine Rolle, da konzentrierst du dich bis zuletzt nur auf die Musik«, erklärt Neil. Aber sie haben inzwischen gelernt, live beides miteinander zu verbinden: Ein Konzert zum Beispiel haben Neil und Grace in Begleitung einiger klassischer Streicher mit einem Stück von Mozart begonnen. Erst später sind Jack und Luke mit Drums, Synths und Beats hinzugekommen. »Das war wirklich cool«, erinnert sich Jack, »allerdings sind Luke und ich uns anfangs total überflüssig vorgekommen, weil wir nur herumstanden und auf unseren Einsatz gewartet haben.«

 

Young & Sick

Kunst & Pop

 

Nick Van Hofwegen ist ein viel beschäftigter Mann. Erst kürzlich ließ der in L.A. lebende Holländer ein riesiges, Worte kotzendes Supermodel an eine Hauswand in seiner Wahlheimat sprayen. Das Motiv war das Cover zum aktuellen Album von Foster The People. Auch Robin Thicke und Maroon 5 zählen zu seinem Kundenkreis. Umso erstaunlicher, dass Young & Sick unter dem gleichen Künstlernamen auch wundervollen Indie-R’n’B produziert, den er beim Introducing live vorstellen wird. 

 

Young & Sick - "Magnolia" from stereogum on Vimeo.

 

Introducing

mit Ratking, Clean Bandit, Young & Sick

14.05. Köln, Gebäude 9

15.05. Berlin, Lido

 

Timetable:

 

19:00 Einlass
20:00 Young & Sick
21:00 Ratking
22:00 Clean Bandit

 

arte wird auch dieses Introducing für euch aufzeichnen. Am 3. Mai läuft die Ausstrahlung der Introducing-Gigs von Temples und The Majority Says nach artes »Tracks«.

 

Unserem hochgeschätzten Spielort, dem Gebäude 9, droht die Schließung. Wie ihr helfen könnt, erfahrt ihr hier: www.gebaeude9.de/rettung.html!