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Interview: Du bist Mainstream

Dizzee Rascal

Backstage im Interviewcontainer ist alles beim Alten. Dort pflegt der frisch gebackene UK-Charts-König seinen altbekannten Style des kurz angebundenen Rabauken.
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Der Hyde Park geht bonkers. Beim Wireless Festival im Herzen Londons gibt Dizzee Rascal auf der Bühne den Spitzbuben-Charmeur und lässt die Meute mit seinem runderneuerten, radikal Party-kompatiblen Sound Kopf stehen. Backstage im Interviewcontainer ist allerdings noch alles beim Alten. Dort pflegt der ehemalige "Boy In Da Corner" und frisch gebackene UK-Charts-König lieber doch seinen altbekannten Style des etwas kurz angebundenen Rabauken. Arno Raffeiner versuchte trotzdem nachzufragen, was nach Grime so geht.

Du hast für dein neues Album offensichtlich eine neue Lust am Tanzen entdeckt. Wie kommt's?
"Tongue 'n' Cheek" ist einfach ein Album, das du ewig laufen lassen und dazu eine fette Party haben kannst. Genau das wollte ich haben. Es sind Elemente von Dance Music drauf, von HipHop, Electro und all solchem Zeug. Aber ich spreche auch ernste Themen an. Es gibt ein Stück, das "Dirty Cash" heißt, darin rappe ich über Rezession und so was in einem etwas ernsteren Tonfall. Aber dann gibt es auch Stücke wie "Bonkers", die einfach Partyfutter sind.

"Bonkers" wurde vom House-Produzenten Armand Van Helden aufgenommen. Wie kam's denn zu dieser Zusammenarbeit?
Er hat mir den Track einfach rübergeschickt, wie aus heiterem Himmel. Ich hab reingehört, und mir hat das Stück wirklich gefallen. Also habe ich einen Text dafür geschrieben, aufgenommen und zurückgeschickt. Wir haben den Track noch ein bisschen hin und her geschickt, und das war's.



Der Hyde Park geht bonkers. Beim Wireless Festival im Herzen Londons gibt Dizzee Rascal auf der Bühne den Spitzbuben-Charmeur und lässt die Meute mit seinem runderneuerten, radikal Party-kompatiblen Sound Kopf stehen. Backstage im Interviewcontainer ist allerdings noch alles beim Alten. Dort pflegt der ehemalige "Boy In Da Corner" und frisch gebackene UK-Charts-König lieber doch seinen altbekannten Style des etwas kurz angebundenen Rabauken. Arno Raffeiner versuchte trotzdem nachzufragen, was nach Grime so geht.

Die Single davor, "Dance Wiv Me", die du mit Calvin Harris und Chrome aufgenommen hast, hatte fast einen Disco-Vibe.
Ja. Und?

Es war durchaus eine Überraschung, von dir so einen Sound zu hören. Wie kam's zu diesem Wandel?
Ich mag es einfach, verschiedene Sachen zu machen. Das finde ich interessant. Und es war nun nicht so, dass ich Calvin nach einem Disco-Stück gefragt hätte. Er hat mir den Track geschickt, und der klang gut. Das ist alles, was mich interessiert: gute Musik zu machen.

Und damit willst du jetzt den Mainstream erobern?
Was soll das denn heißen? Es ist ja wohl sonnenklar, dass ich Mainstream bin! Ich bin doch kein verdammter Underground-Künstler.

Aber stilistisch hat sich doch einiges verändert. Du wirst mir nicht erzählen wollen, dass sich "Dance Wiv Me" anhört wie die Musik auf deinen bisherigen Alben?

Na, jedes Stück auf jedem Album klingt anders! Yeah. Klar bin ich Mainstream.


Siehst du dich trotzdem noch als Teil der Grime-Szene?
Ich bin größer als die Grime-Szene. Echt jetzt, nennen wir die Dinge ruhig beim Namen. Ich hoffe, dass manche Leute in der Szene immer noch von mir beeinflusst sind, zumindest von meinen Handlungen und den Entscheidungen, die ich treffe, wenn schon nicht von meiner Musik. Belassen wir's mal dabei.

Bist du umgekehrt noch inspiriert von dem, was da abgeht?
Von manchen Dingen ja. Ich mag die Idee, dass die Kids sich Equipment besorgen, Musik machen und sich auf den Piratensendern Gehör verschaffen. Denn genau das habe ich früher schließlich auch getan.



Dizzee Rascal "Tongue 'n' Cheek" (Dirtee Stank / Universal)