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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

All Tomorrow\'s Parties Festival

Indie\'s Coming Home

Camber Sands, UK, 26. - 28. April. Was Südengland an den vergangenen zwei Wochenenden erleben durfte, war kein normales Warm-Up für die beginnende Festival-Saison. Chicago-Rocker und Produzentenlegende Steve Albini und seine Band Shellac bestimmten nach eigenen Regeln das Line-Up, und das bedeutete
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Camber Sands, UK, 26. - 28. April. Was Südengland an den vergangenen zwei Wochenenden erleben durfte, war kein normales Warm-Up für die beginnende Festival-Saison. Chicago-Rocker und Produzentenlegende Steve Albini und seine Band Shellac bestimmten nach eigenen Regeln das Line-Up, und das bedeutete neben dem Fehlen von Werbebannern auf Bungee-Jumping-Anlagen eben auch feinsten Indie und Artverwandtes, was in dieser Redundanz und Güte in unseren Breiten sonst nie stattfinden könnte. Eins vorweg: Zu viel ist passiert, zu viele alte Lieben neu entbrannt, deshalb hier nur ein kurzer Appetizer und im nächsten Intro hoffentlich mehr.
Auf zwei Bühnen erlebten die ca. 1500 Besucher bereits am Freitag erste Überraschungen bzw. Auferstehungen. Nach dem obligatorischen Start in den Tag (erster von insgesamt drei Shellac-Gigs) gaben sich zu späterer Stunde Mission of Burma die Ehre, deren Namen man nur noch aus den Credits von Moby-CDs ("That's When I Reached For My Revolver) zu kennen glaubte. Aber hier standen sie nun: über 40 Jahre und bereit, ihre einstige Auflösung als großen Fehler einzugestehen. Unglaublich. Und nur zu toppen durch Cheap Trick (Sie haben richtig gelesen), die die Zeiten von Rock, in der die Güte desselben noch von extravagantem Equipment abhing, zu unserer Freude (Stichwort: post-pubertäres Rauschgehabe) nie überwunden haben: "Mann, eine fünfhälsige Gitarre!" (Volkmann), "Nein, eine siebenköpfige Gitarre!" (Venker).
Die Highlights am Samstag: Shellac (wie immer), Silkworm, Low, Robbie Fulks (großartig!), David Lovering (der ehemalige Pixies-Schlagzeuger trat als Zauberer/verrückter Wissenschaftler auf) und mit Wire eine weitere Legende, die die nette, aber nicht mehr ganz nüchtern vorgetragene Einladung zum Abendessen leider offensichtlich als Witz abtaten. Sonntag: Bonnie Prince Billy, The Fall (Ja, Mark E. Smith konnte kaum noch stehen) und natürlich The Breeders mit neuer Mannschaft und Songs, die den würdigen Abschluss des Festivals bildeten.
Übrigens: Wer Indie für ein altes, klappriges und runtergerittenes Pferd hält, kann sich schon auf nächstes Jahr freuen, da werden Autechre die Hosts sein. Infos dazu gibt es hier: http://www.wayahead.com/atp/.