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In This Light And On This Evening

Editors

Die von den Editors ausgereizte Indieschiene hat ausgedient, die Stadionwelt von U2 und Konsorten kann erobert werden...
Geschrieben am
Die von den Editors ausgereizte Indieschiene hat ausgedient, die Stadionwelt von U2 und Konsorten kann erobert werden. Von T.L. Renzsche.

Ausführlich widmet sich Peter Flore in diesem Artikel den Veränderungen im Leben der Editors-Mitglieder, insofern sei das an dieser Stelle ausgeblendet. Beginnen wir lieber mit dem Titel, dem, wenn man ihn eng liest, bereits der deutliche Hinweis auf Veränderungen im Sound ("In This Light") innewohnt und der dabei auch sehr bestimmend den Hörer zum genauen Zuhören auffordert ("On This Evening") - zumindest will ich diese Verbindlichkeit heraushören.

In Schlagwörtern ausgedrückt, hat sich der dunkle Editors-Trademarksound ein wenig abgewandt von den Kollegen Interpol hin zu den breitwandigeren Killers. Statt nur mit klassischem Bandinstrumentarium die süße Pathosversuchung zu generieren, docken beim Synthie-Pop der 80er-Jahre an - besonders deutlich kann man das auf der ersten Singleauskopplung "Papillon" hören, deren Melodieführung einem schwer bekannt vorkommt.



Um zu erahnen, wohin diese Soundveränderung führen soll, muss man kein Prophet sein: Die von ihnen ausgereizte Indieschiene hat ausgedient, die Stadionwelt von U2 und Konsorten kann erobert werden. Und dort ist bekanntlich noch mehr Pathos gefragt. Wie so oft versteckt sich hinter einem derart intensiv performten Gefühlshaushalt jedoch viel Schmalz und wenig Authentizität - und so toll Inszenierungen in Pop sind, so sehr sind sie doch gebunden an einen zugehörigen Soundentwurf der Künstlichkeit. Wo viel Gefühl als das Maß aller Dinge ausgegeben wird, da fühlt man sich irgendwie belogen - und das fühlt sich bekanntlich nie gut an.