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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

„In Love With Oblivion“

Crystal Stilts

Lieber schneidig überfrachtete Sounds als leichte Songs – die Crystal Stilts stricken ihren Post-Punk anspruchs-, aber auch wirkungsvoll.
Geschrieben am

Eines der ehernen Gesetze des Pop lautet, dass ein schneidiger Style nicht automatisch gute Songs schreibt. Oft ist sogar das Gegenteil der Fall. Nur – manchmal kommt es auf perlende Hooklines und flirrende Harmonien gar nicht an. Die Crystal Stilts aus Brooklyn zum Beispiel sind ausgewiesene Kenner, genussvolle Connaisseure und Styler vor dem Herrn. Ihr Wissen über Psych-Pop der Sechziger, Post-Punk und Twee-Pop der Achtziger muss riesengroß sein, und sie wollen es teilen. Das bedeutet für ihr zweites Album »In Love ...«, eine gute Songidee auch mal zugunsten der richtigen Orgel- oder Gitarren-Sounds oder einer verschlafen-monotonen Gesangsspur zurückstecken zu lassen.
Die Songs der Platte sind Ausgeburten des Styler-Himmels, sie transportieren Lebensentwürfe und Codes der untergründigen Szenen, in denen diese Stile damals wie heute stecken. Die Crystal Stilts wollen nicht von jedermann erschlossen werden können, sie schlagen Haken und dicken ihre Arrangements lieber über die Maßen an. Dadurch mag diese Musik elitär wirken, sie ist aber auch aufregend anspruchsvoll. Und verdammt cool.

In drei Worten:  POST-PUNK / PSYCH / STILISIERT