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in Köln: Bleibt alles anders

Kasabian live

Die größte Band Großbritanniens war gestern in Köln zu Gast. Jedenfalls wenn es nach Kasabian geht. Florian Weber war dabei.
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Die größte Band Großbritanniens war gestern in Köln zu Gast. Jedenfalls wenn es nach Kasabian geht. Florian Weber war dabei.


28.10.2009 Köln, Live Music Hall


Gewohnt großmäulig prangen Kasabian dieser Tage vom Cover des NME: "Oasis have gone. WE are the biggest Band in Britain now!" Kann schon sein. Die vielen fanatischen Briten heute in der Live Music Hall würden das so unterschreiben. Die anderen bestimmt auch, aber die können das ja größtenteils nicht beurteilen.

Ein Rückblick: Melt 2009, Sonntagabend, Backstage: Kasabian haben gerade ihren grandiosen Auftritt absolviert und genießen den Abschluss-Gig von Oasis im Bewusstsein, als Vorband dem Headliner den Rang abgelaufen zu haben. Kein unwahrscheinliches Szenario. Seitens Oasis schien zumindest Noel Gallagher das damals ähnlich zu sehen, stieg er doch kurz darauf bei Oasis aus, um bei Kasabian einzusteigen.

Denkt man jedenfalls, wenn man den Gitarristen Jay Mehler links auf der Bühne der Live Music Hall sieht. Frappierende Ähnlichkeit. Damit hat es sich aber zum Glück an Gemeinsamkeiten mit Oasis. Kasabian haben sich für den NME-Titel ein leichtes Opfer gesucht. Doch das ist eine andere Geschichte.

Eine weitere optische Information, die ja schon rein physikalisch früher ankommen muss als der Höreindruck: Wer ist der Typ in der Mitte? Ist das etwa noch ne Vorband? Nein: Tom Meighan hat die Haare ab und sieht jetzt aus wie eine Mischung aus Jack Nicholson und Leonardo DiCaprio. Also besser als vorher. Und er hat Spaß, freut sich den ganzen Auftritt diebisch über die gute Laune im Publikum.

Kasabian spielen fast alle Lieder des aktuellen Albums "The West Ryder Pauper Lunatic Asylum". Anfangs zu befürchtendes Pulver-Verschießen mit "Where Did All The Love Go" und "Underdog" an Stelle zwei und drei des Sets wird gekontert mit Songs wie "Fire" oder "Vlad The Impaler", die wie so oft erst live so richtig zünden. Ohnehin ist das neue Album ein einziger Spätzünder. Es weiß halt nicht so ganz was es will. Scheinbar.

Der typische Tarantino-Psychedelic-Stoner-Rock wird immer wieder von absurden Soundgebilden durchbrochen. Was denken die sich bloß dabei? Keine Ahnung, aber das macht die Platte zum Grower und das Live-Erlebnis umso erhellender. Erst die visuelle Komponente macht die Songs komplett. Es ist eines dieser Konzerte, nach dem man die Platte anders hört. Und das sind die besten.