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in Berlin: Hauptsache gewonnen!

Bratze live

Unser Autor Benjamin Kuhlhoff war beim Berliner Konzert der Hamburger Chef-Ironiker und sah einen fahrigen Beginn und viel Krampf. Trotzdem war er am Ende glücklich...
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Unser Autor Benjamin Kuhlhoff war beim Berliner Konzert der Hamburger Chef-Ironiker und sah einen fahrigen Beginn und viel Krampf. Trotzdem war er am Ende glücklich...

04.04.2010, Berlin, Bang Bang Club.

Mit der Parole "Welcome To The Jungle" begrüßen einen die Herren Bratze auf der ersten Single ihres neuen Albums "Korrektur nach unten...". Und wenn man so will, haben sie sich mit dem Bang Bang Club heute die ideale Kulisse dafür ausgesucht: Proppevoll wie die Parks in diesen Tagen, heiß und stickig wie ein Vorzeige-Tropentag. Kurzum: Es herrscht eine Affenhitze in Berlins wundervollstem Indieladen.

Mit diesem Gemisch aus Bier, Schweiß und Luftfeuchtigkeit hat auch der Support Ira Atari zu kämpfen. Zwar sucht das Duo mit ihrem Ladyhawke-meets-Thunderheist-meets Nena-Sound ihr Wohl in der Offensive, doch so richtig will sich das Berliner Publikum nicht packen lassen. Ihr wohl größtes Übel: Sie sind als Vorband da. Besonders schade, wenn alle auf Kevin und Norman von Bratze warten.

Die kommen dann auch. Und zwar ziemlich mies gelaunt. Das stundenlange Warten des Tages scheint den beiden Chef-Ironikern aus Hamburg City aufs Gemüt gelatscht zu sein. Tourkoller at its best. Wie sonst kann man die Begrüßung "Heute war ein Scheißtag und wir haben Scheißlaune" deuten? Vielleicht als Voraussage des Openers "Die auswendigen Muster". Da ist schließlich die Rede davon, keinen Bock zu haben. Keinen Bock auf, nun ja, gar nichts. Schwere Kost, wenn man eigentlich da ist, um den Tanzboden zu schrubben...

Doch damit nicht genug, denn vor der Bühne wartet der nächste Hemmschuh, oder besser Schrumpfkopf, der sein leeres Biergefäß auf die Bühne feuert.  Warum nur? Das fragt sich auch der zunehmend muffeligere Norman. Und schon gibt es Schimpfe von Der Tante Renate. Es ist irgendwie der Wurm drin heute. Manche lernen es eben nie, selbst wenn Bratze höchst selbst einst lehrten: "Flaschen zerschmeißt man am besten auf Beton."

Was es nun braucht, ist ein Ablenkungsmanöver. Wie gut, dass zu "Mnchn, schon wieder dunkel" nochmal die Nena-Ira von Ira Atari kommt. Und plötzlich läuft es wie bei einem Heimspiel: Bratze legen den Muffel ab, steigen aufs "Trapez" und tauschen den Wurm gegen die "Filzlaus" ein. Schon grölt die Bande auf und vor der Bühne: "Zu Hause nichts los. Immer nur schrubb, schrubb, schrubb. Die Filzlaus beißt. Da geh ich lieber in den Club." Man bereut nichts und futtert den Bratzen gierig aus der Hand. Von wegen, kein Bock sich zu bewegen - Bratze sind da!



"DUTT Royal" knallt durch die Wand und beim Rausschmeißer "Hightowers Herz" geben sich Bratze quasi selbst ihre beste Nachlese: "Wenn ich dann komm, bin ich dann willkommen? Wenn ich dann geh, wohin geh ich dann?" Bratze sind willkommen. Immer. Auch wenn mal was daneben geht.

[tour artist=Bratze]

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