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Sedlmeir

Deutschlands schmierigster Liedermacher mit souveränem Erwachsenenpunk zu bekannten Themen. Zu Recht kein Star, sondern eine Art Legende.
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Deutschlands schmierigster Liedermacher mit souveränem Erwachsenenpunk zu bekannten Themen. Zu Recht kein Star, sondern eine Art Legende.

Sedlmeir, dieser seltsam zwielichtige Typ aus Berlin (früher Köln), dessen Schicksal es - vielleicht nicht völlig zu Unrecht - zu sein scheint, als "Ein-Mann-Rock'n'Roll-Maschine" bezeichnet zu werden, verfeinert weiter seine Kunst, ohne dabei den klassischen Themenkreis aus Beschwerde, Krise, Saufen und Ausbruch zu verlassen. Und warum denn auch? Gut abgehangen und mit so öligen Stimmbändern wie eh und je hat Sedlmeir dabei nicht seinen kompletten Stil umgekrempelt, aber dem programmierten Beatteppich, der seine Band ersetzt, ein wenig die Rumpeligkeit ausgeklopft.

Und mit etwas mehr Klarheit im Sound wird auch das Tragikomische hinter der überkühlten Einsamer-Wolf-Inszenierung noch einmal deutlicher, ohne dass es dabei ins Lächerliche rutschte. Ein schwieriges Spiel, natürlich ein Leichtes für Sedlmeir, dem hier vielleicht die ganz großen Hits fehlen, der dafür aber eine völlig eigene Vision von souveränem Erwachsenenpunk entwickelt und mit Rummelsnuff einen starken Gaststar an der Seite hat. Und on top erklärt er mit dem sicher besten Plattentitel 2010 in nur zwei Worten, wie das eben so läuft mit den Erfahrungen, der Musik und dem Plattenmachen. Zu Recht kein Star, sondern eine Art Legende.

In drei Worten: Kunst / Krise / Erwachsenenpunk