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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Temet«

Imarhan

Angesichts ihres neuen Albums »Temet« merkt man, dass Imarhan in den vergangenen Monaten die westliche Welt kennengelernt haben.
Geschrieben am
Imarhan sind sozusagen die kleinen Brüder von Tinariwen. Tatsächlich gibt es auch ein verwandtschaftliches Verhältnis: Tinariwens Eyadou Ag Leche ist der Cousin von Sadam, den man als den musikalischen Kopf von Imarhan bezeichnen darf. Gemein ist ihnen die Heimat in der Wüstenoase Tamanrasset in Süd-Algerien, die mit knapp 100.000 Einwohnern eine der größeren Oasen der Sahara ist. Musikalisch kann man natürlich auch Gemeinsamkeiten erkennen: E-Gitarren und von Percussion getragene Songs, die auf Tuareq gesungen werden. Moderne afrikanische Musik von »nicht modern« lebenden Nomaden also.

Auf »Temet« kommen aber auch viele andere Einflüsse zusammen. Up-Tempo-Nummern wie »Azzaman« oder »Ehad Wa Dagh« versprühen discoiden Charme und sind gar nicht mehr so leicht in der »Wüste« zu verorten. Auch afrikanische Kulturen wachsen immer weiter zusammen, werden immer mehr globalisiert. Bei »Imuhagh« denkt man zum Beispiel eher an Steppen und US-amerikanische Freiheitsgefühle: Wer dort Kurt Vile oder The War On Drugs heraushört, liegt nicht ganz falsch. Sicherlich wecken die zehn Stücke noch andere Assoziationen rund um Wüstenstaub, doch man kann es auch bei der simplen Feststellung belassen: Gute Musik ist manchmal einfach gute Musik.

Imarhan

Temet

Release: 23.02.2018

℗ 2018 Wedge under exclusive license to City Slang