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We Think As Instruments

I’m Not A Gun

John Tejada schon wieder. Das Tier. Der Hansdampf in allen Gassen. Nicht genug, dass er mit seinem Label Palette eine 12-Inch nach der anderen rausdampft, remixt, als sei es sein einziger Broterwerb, unter eigenem Namen mal bretternde, mal click-housig swingende Tanzflurmusik (wie z. B. auf “L
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John Tejada schon wieder. Das Tier. Der Hansdampf in allen Gassen. Nicht genug, dass er mit seinem Label Palette eine 12-Inch nach der anderen rausdampft, remixt, als sei es sein einziger Broterwerb, unter eigenem Namen mal bretternde, mal click-housig swingende Tanzflurmusik (wie z. B. auf “Logic Memory Center”) produziert und auch noch auflegt wie nichts Gutes, nebenbei hat er sich zusammen mit Takeshi Nishimoto, einem Wahlberliner Jazzgitarren-Pro, auch einen neuen Zeitvertreib zugelegt: I’m Not A Gun, eine postrockige Improvisationsspielwiese. “We Think As Instruments”, der Titel des dritten Longplayers, deutet schon an, was den Hörer erwartet: ein langes instrumentales Zwiegespräch zwischen Nishimotos Jazzgitarre und Tejadas breakigem Schlagzeug, das von den Klangschnipseln eines Laptop im Rahmen gehalten wird. Improvisationslust wird hier ganz groß geschrieben, was nicht gleich Jazz im traditionellen Sinne heißen soll, sondern eher Jazz zweier Musiker, die sich für vielerlei begeistern können, keine vorgefertigten Genre-Grenzen im Kopf haben und somit zwischen allen elektronischen und analogen Stühlen stehen. Während das Vorgängeralbum “Our Lives On Wednesdays” noch recht kompakt und durchstrukturiert wirkte, lässt sich “We Think As Instruments” von den Impulsen und der Spontaneität des instrumentalen Zwiegesprächs leiten und verliert sich mitunter im Fluss der Improvisationen. Doch in jedem Stück wird eine Geschichte erzählt; mal monologisiert die Gitarre, mal unterbricht das Schlagzeug mit unerwarteten Breaks den Fluss der Rede, der nur wahrnehmbar ist, wenn man sich auf Instrumente als Sprecher einlässt. Wenn man Persönlichkeiten und Charaktere hinter den Instrumenten erwartet, dann bleibt das hier Musik ohne Höhepunkte und Profil. Akzeptiert man, dass dieses abstrakte Denken von den Instrumenten selbst ausgeht, die sich den Freiraum, den sie zur Entwicklung ihrer Gedanken benötigen, einfach nehmen, dann wird es zu einer Musik, die bemerkenswerte Geschichten erzählt.

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