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Im Minutentakt durch New York City

CMJ Music Marathon 2012

Vom 16. bis 21. Oktober fand in New York das CMJ Festival statt. Während der fünf Tage spielten an die tausend Bands auf. Für Intro war Chefredakteur Thomas Venker vor Ort.
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Vom 16. bis 21. Oktober fand in New York das CMJ Festival statt. Während der fünf Tage spielten an die tausend Bands unter den Bannern von Plattenlabels, Bookingagenturen und Medien auf. So gaben Indie-Labels wie Merge, Sub Pop und Captured Tracks Einblicke in ihre Schedules der kommenden Monate, präsentierte die in Nordamerika immer einflussreicher werdende Booking Agentur Windish ihre neusten Signings und zeigten Magazine wie Fader und Online-Medien wie Pitchfork, was sie derzeit an Newcomern für relevant halten.

Dienstag, 16. Oktober 2012

19:47 Uhr - Endlich funktioniert das Bord-Entertainment-Programm auf dem Flug von Paris nach New York. Im Angebot: Der neue Oliver Stone Film »Savages«. Soll ja äußerst heftig ausgefallen sein, was nicht zuletzt der Regisseur selbst in jedem Interview zu betonen nicht müde wird. Es ginge ja schließlich um den mexikanischen Drogenkrieg, da müsse man doch realistisch massakrieren. Nun, sogar in der kindgerechten Flugzeug-Version kann man dieses Unterfangen als gelungen bezeichnen. Allerdings im Rahmen eines unerträglichen Films, für den Stone mit der Besetzung der Gossip-Girls-Darstellerin Blake Lively auch gleich den erzählerischen Duktus der Teenie-Serie übernommen hat. Ansonsten viel Tamtam um eine Liebe zu Dritt, Muttergefühle der mexikanischen Patin und korrupte Bullen, mäßig spannend inszeniert, dafür aber mit hohem Aufregfaktor.


21:14 Uhr - Dann lieber was aus dem Klassiker-Ordner schauen, David Cronenbergs »A History Of Violence«. Wobei nach ein paar Minuten die Erinnerung einsetzt, dass es nicht der beste Film des kanadischen Regisseurs ist. Eben eine okaye Variante des klassischen »Die Vergangenheit holt mich ein«-Filmmotivs. Und so muss ein ehemaliger Ganove alte Skills wieder auffahren, um seine Familie zu beschützen.





23:37 Uhr – Höchste Zeit, sich mal durch die endlosen Bandlisten zu wühlen und einen Plan für die kommenden Festival Tage zu fixieren – der dann erfahrungsgemäß sowieso von Anfang bis Ende ignoriert wird, da man ja so empfänglich für Spontanität sein will.  Der Soundtrack zum Planen: »Mars«, das Debütalbum von Sinkane. Ahmed Gallab kommt aus dem Sudan, ist in Amerika aufgewachsen und in Bands wie Of Montreal und Yeasayer musikalisch gereift. »Mars« ist sehr abwechslungsreich, unheimlich clever, frei bis an die Grenzen des Songformats, dabei stets neugierig und klingt wunderschön warm. Der Eskapismus von Sun Ra trifft auf zeitgemäßen Afro-Beat und Neo-Disco. In den USA auf DFA, in Europa auf City Slang.



22:44 Uhr - Dank Zeitumstellung eine Reise zurück in der Zeit. Ich erreiche die WG in Brooklyn Williamsburg, die für die nächsten fünf Tage das Intro-Basislager sein wird, gerade rechtzeitig zum Ende der zweiten Debatte im US-Wahlkampf zwischen Barack Obama und Mitt Romney. Erleichterung liegt über der Wohnung – meine Mitbewohner sind zufrieden mit dem deutlich engagierteren, angriffslustigeren Auftritt Obamas, betonen aber, dass absolut nichts sicher sei bei dieser Wahl.



Mittwoch, 17. Oktober 2012

0:01 Uhr – Ich komme gerade rechtzeitig im Glasslands Club an, um die letzten Sekunden von Light Asylums Industrial-Set mitzubekommen. Zu kurz, um es wirklich zu bewerten. Nur soviel: es irritiert schon etwas, dass nach diesem Konzert mit Le1f einer der Protagonisten der neuen schwulen HipHop Bewegung im Rahmen des Terrible Records-Showcases auf der gleichen Bühne stehen soll. Den New Yorker Rapper habe ich erst neulich entdeckt dank seines unterhaltsamen Clips zum Song »Wut«. So verschmitzt kann HipHop also endlich wieder sein. Die Show in dem superkleinen Laden unterstreicht das Potential von Le1f, auch wenn der Sound leider zumeist unterirdisch absumpft und er sich bei Make-Up und Bühnenoutfit ein bisschen mehr Mühe hätte geben können. Das auffällig Indie-lastige Publikum, zu zwei Dritteln sehr junge, weiße Mädchen, stört das aber nicht: alle tanzen, stellenweise sehr bemüht dabei, dem Genre-typischen Booty-Style gerecht zu werden.


9:14 Uhr - Auf der Bedford Avenue, die Brooklyn Williamsburg von Süden nach Norden durchläuft, geht es noch gemächlich zu. Der Hot Spot der ersten Welle der Brooklyn-Gentrification von Ende der 90er Jahre ist mittlerweile teures Terrain und so lebt die Mischpoke aus Indierockern und Künstlern jetzt eher in den Stadtteilen Greenpoint und Bushwick, also tiefer in Brooklyn drin. Kaffeetrinken und vor allem Plattenshopping geht man aber noch immer hier. Und da man ein Festival bekanntlich am besten mit dem Durchstöbern des Neuheiten-Fachs beginnt, stehen Earwax und Academy Records (auf der North Six) auf dem Programm. Aber vorher noch kurz Kaffee, Bagel und »Village Voice«-Lektüre, man muss ja wissen, was der »Talk of town« ist.

12:28 Uhr - Die Akkreditierung für das CMJ Festival gibt es in der Judson Church am Washington Square Park, bekannt unter anderem aus dem Film »Kids«, wo eben jene dort zum Skateboardfahren und Klebstoffschnüffeln abhängen. Gleich nebenan im Kimmel Center der New Yorker Universität NYU liegt das Festivalzentrum, wo der umfangreiche Kongressteil des Festivals stattfindet.

12:30 Uhr - Warum nicht mal an die Karriere denken. Dass eine solche noch immer in der Musikindustrie warten kann, davon will zumindest das erste Panel des Tages einen überzeugen. Es geht um Publishing, Lizenzierungen und Synchronisation, also wie man mit Verlagsrechten an Songs und deren Aufnahmen Geld machen kann. Zwar nur auf eine Stunde angesetzt, aber auch das kaum zu schaffen: man hört einfach zu ungern Leuten beim Portfolioprahlen zu.

14:14 Uhr  - Leicht verspätet bei der nächsten Berufsberatung. Diesmal geht es um Künstlermanagement. Klingt lukrativ, aber halt nur dann, wenn man den Künstler dahin bringt, wo hohe Gagen und reizvolle Synchronisationsdeals warten. Allerdings gibt es hier nichts zu erfahren, was man von seinen Managerfreunden nicht schon gehört hätte an Wehklagen über rückläufige Einnahmen aus dem Tonträgergeschäft und der Notwendigkeit neue Felder für die Künstler zu erschließen, von Klamottensponsoring bis zu, upsi, eingeschlafen. Jet Leg, immer eine gute Entschuldigung.

14:30 Uhr - Cody ChestnuTT bietet Anlass, sich von der Panel-Welt endlich dahin zu verabschieden, wo die Musik spielt. Er spielt im nahegelegenen CMJ Union, wo tagsüber in einem fort kurze Auftritte stattfinden. Die Stimmung ist hier aber trotz großer Namen immer so eine Sache. Nach ihm ist Interpol Sänger Paul Banks dran, dessen zweites Soloalbum »Banks« just zum Festival in den Plattenläden steht.

15:11 Uhr - Auf dem Weg zum Cake Shop, einer sympathischen Mischung aus Cafe und Kellerclub, noch kurz ein Stopp im New Museum. Dort gibt es derzeit im Rahmen eines größeren Dokumentationsprojekts zur Geschichte der Künstler auf der Bowery eine kleine Ausstellung mit dem Titel »Come Closer: Art Around the Bowery, 1969-1989«. Diese ist dann am besten, wenn auf original Film- und Fotoaufnahmen aus jenen Tagen gesetzt wird und weniger überzeugend bei den präsentierten Kunstwerken. Dafür gibt es im New Museum derzeit auch Arbeiten der Kölner Künstlerin Rosemarie Trockel zu sehen. »A Cosmos« zeigt die Trockel im engen Dialog mit der Natur und Künstlerfreunden, deren Arbeiten sie teilweise in Bezug zu, teilweise konkret in Interaktion mit ihren eigenen stellt. Sehr sehenswert.

15:45 Uhr - Das erste Interview steht an. Wie alle folgenden wird es in die CMJ-Berichterstattung in der Dezemberausgabe von Intro einfließen. Die Gesprächspartnerin Mykki Blanco ist nicht nur eine tolle Performerin, sondern auch unheimlich nett und auskunftsfreudig. Wir sprechen natürlich über das, sie sehr bewegende Thema Transgender, ihre Ambition sich stets künstlerisch neu zu erfinden und Provokation als Dialogtechnik. Danach schreit, rapt und springt sich La Blanco durch ein packendes Set im Keller des Cake Shops.






16:17 Uhr- Endlich ist es so weit: ich laufe Claes Olsen über den Weg, Mitbetreiber des Øya Festivals in Oslo und seit Jahren sowohl beim CMJ Festival als auch beim SXSW Festival immer die am besten informierte Person, auf die man treffen kann. Seine Geheimtipps sind zumeist Gold wert. In diesem Jahr empfiehlt er die Mädchenband Savages, die später in der Nacht im Rahmen der Stereogum Party an der Seite von IO Echo und den Dum Dum Girls, in der Tat beweisen wird, wie zutreffend das norwegische Lob ist. Außerdem noch auf seiner Short List für 2013:  die Hardcore Band Metz, die vor kurzem auf Sub Pop veröffentlicht hat. Neben Olsen steht Amrit Singh, der als Executive Editor seit Jahren die Stereogum-Website nachhaltig prägt mit seinen guten Kontakten und daraus resultierenden exklusiven MP3-Downloads und Videopremieren. Der Inder erzählt von seinem Kurzfilm »Dosa Hunt«, der oberflächlich betrachtet die Suche nach dem südindischen Gericht »Dosa« zum Thema zu haben scheint, aber eigentlich die Geschichte einer Minderheit in der Popkultur thematisiert. Mit dabei neben dem Regisseur, der auch als Darsteller auftritt, die indischen Künstler Anand Wilder (Yeasayer), Alan Palomo (Neon Indian), Rostam Batmanglij (Vamire Weekend) und Ashok Kondabolu (Das Racist).



23:44 Uhr - Die Young Girls geben sich in der Knitting Factory redlich Mühe, ihrem Indie-Pop merkt man aber die fehlende Erfahrung leider zu deutlich an. Da hilft der beste Wille es charmant zu finden nichts, hier müssen noch ein paar Stunden im Übungsraum investiert werden. Chains Of Love haben danach ihren unbeschwerten Indie-Pop mit Surfeinflüssen besser im Griff. Trotzdem: Die Müdigkeit setzt der Nacht ihre Grenzen.

Donnerstag, 18. Oktober 2012

11:14 Uhr – Ich beginne den Tag im Stadtteil Chelsea. Bei der Galerie Prezel gibt es eine spannende Gruppenausstellung zum Thema lesen: »The Feverish Library«. Gleich im Eingangsbereich zu sehen: John Baldessaris bekannte Arbeit  »Learn to read James Joyce«. Weitere Arbeiten kommen unter anderem von Steven Baldi, Erica Baum, Carol Bove, Matthew Brannon, Mark Dion, Hans-Peter Feldmann, Liam Gillick, Wade Guyton und Martin Kippenberger.

13:47 Uhr - Ein weiterer Nachmittag in der Lower East Side steht an. Einmal mehr mit dem Cake Shop als zentraler Anlaufstelle – was will man auch mehr: Kaffee, Kuchen, jede Menge freundliche Leute und im Keller eine Show nach der anderen. Den Anfang machen Lightening Love mit einem verspielten Elektronik-Set. Es folgen die am »Twin-Peaksä-Soundtrack geschulten Port St. Willow sowie der mir ein bisschen zu traditionelle Songwriter-Act Mount Moriah.

18:11 Uhr - Sinkane beginnen zum Glück ihr Konzert etwas später, sodass ich trotz zeitaufwendiger Anreise aus Manhattan die komplette Show im Brooklyner Ran Tea House sehen kann. Bislang mit Abstand das Highlight der CMJ-Woche. Trotz suboptimaler Anlage spielt sich die Band in einen Rausch aus fließenden Songstrukturen. So frei von Genregrenzen und Songfestschreibungen kann Musik sein. Alles weitere siehe in der auf dem Flug nach New York getätigten Albumbeschreibung.

19:14 Uhr – Und schon wieder zurück in Manhattan. Killer Mike grinst und hüpft wie ein Irrer auf der Bühne des The Studio at Webster Hall rum und trinkt dabei in wenigen Minuten eine Flasche Whisky runter. Nicht nur er hat ordentlich Spaß. Nach einer angenehm kurzen Umbaupause, bei HipHop-Acts muss ja bekanntlich lediglich das DJ-Set-Up ausgetauscht werden, geht es los mit Le1f. Im Gegensatz zum entschlackten Glasslands-Auftritt von vor zwei Tagen performt er diesmal mit zwei Tänzerinnen. Was sich auswirkt: Für 30 Minuten kann man das Auge nicht mehr von Khalif Diouf und seinen Freunden nehmen.




20:04 Uhr - Khalif und ich setzen uns auf die Treppenstufen neben der Webster Hall. Gleich zu Beginn unseres Gesprächs gibt es eine echte Überraschung. Der New Yorker erzählt, dass er demnächst eine EP auf dem Label des aktuellen Intro-Coverkünstlers Boys Noize veröffentlicht. Khalif betont, dass er seinen HipHop im Spannungsfeld zu Techno und IDM sieht. Zum Schluss moderiert er seine Lieblingsmusikvideos an, die es demnächst als PutPat-Playlist geben wird. Also gut auf intro.de und www.splash-mag.de aufpassen.

21:44Uhr – Noch kurz auf einen Abstecher zu Eleanor Friedberger beim Merge Labelabend in die Mercury Lounge. Man kennt die Friedberger als eine Hälfte der Indierock-Band The Fiery Furnaces, bei denen sie für den Großteil des Gesangs zuständig ist. Insofern stellt der Auftritt keinen kompletten Bruch zu ihrer Hauptband dar, lediglich die Arrangements sind etwas karger, was ihnen gut steht.

23:44 Uhr - Der DJ von Le1f hatte die sensationelle News einige Stunden zuvor verkündet: die Miami Bass Legenden 69 Boyz sollten später in der Nacht auf einer Privatparty auf der North Six Street spielen. Und tatsächlich, zwei Mitglieder der zu Hochzeiten acht Leute umfassenden Crew aus Jacksonville stehen plötzlich wirklich vor mir. In einem mit Nebel vollgepumpten Raum entfachen sie einen Hexenkessel aus Hip Hop-Beats und wilden Dancemoves. Und plötzlich tanzen alle synchron zu ihnen mit. Kennt man sonst ja nur noch aus dem komischen holländischen Quatschtanzstil, dessen Name mir gerade entfallen ist.

Freitag, 19. Oktober 2012

9:47 Uhr - Es schüttet und schüttet und schüttet in New York City. Von der Skyline Manhattans ist von meinem WG-Fenster in Brooklyn aus nichts zu sehen. Ich bleibe erstmal liegen.

13:30 Uhr – Es hilft ja nichts, trotz des miesen Wetters muss ich einmal mehr rübermachen nach Manhattan. Die HipHop-Künstlerin Angel Haze, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Dope, hat in das B Cup Cafe auf der Avenue B geladen. Haze gilt als extrem selbstbewusst – aber leider auch sehr depressiv. Heute scheint so ein Tag zu sein, an dem sie nicht über ihren düsteren, kargen Rapsound reden möchte. Fünf Minuten vor der verabredeten Zeit sagt ihre Managerin das Interview ab. Sehr ärgerlich, aber zumindest habe ich Zeit mich den Emails aus Deutschland zu widmen. Da geht das Leben ja auch weiter.






19:00 Uhr - Ein kurzer Break im CMJ-Marathon. Im Artist Space findet im Rahmen der »Book & Talks«-Reihe ein Gespräch zwischen dem »England´s Dreaming«-Autor Jon Savage und dem Filmemacher Matt Wolf statt. Wolf, der mit »Wild Combination: A Portrait of Arthur Russell« bekannt wurde, hat gerade auf der Basis von Savages Buch »Teenage« und in enger Kooperation mit dem Autor einen neuen Film gedreht.


22:14 Uhr - Der nicht offizielle CMJ-Showcase der Radiostation Ad Hoc FM in 285 Kent Avenue bietet die Gelegenheit Mykki Blanco und Le1f noch einmal zu sehen. Beide sind einmal mehr umwerfend. Mit das Beste, was man gerade sehen kann. Mit ihnen treten diesmal der große Popsong-Fan Prince Rama und der House-Tüftler Pictureplane auf.

Samstag, 20. Oktober 2012

13:15 Uhr - Kein CMJ und SXSW ohne einen exquisit zusammengestellten Showcase des Pop Montreal Festivals. The Valleys müssen zwar sehr früh spielen, lassen sich aber von dem stockdüsteren Laden und dem, dank Superwetter draußen, mauen Zuschauerinteresses nicht beirren. Der Synthiepop des Duos weckt auch hier drinnen im Club mit seinen wunderschönen Melodien das »Canadian Summer«-Feeling, das draußen herrscht. Wegen des anschließenden Interviews verpasse ich Solar Year fast ganz. Was ich hören kann, klingt aber schön dronig-ambientig, sehr verloren in Raum und Zeit. Danach verblüffen die ebenfalls aus Montreal stammenden Blue Hawaii mit einem ätherischen Popset, der konträrer zum Namen da extrem düster nicht ausfallen könnte. Das Pärchen klingt wie eine Mischung aus Fennesz und Björk und damit absolut fantastisch. Auch hier nimmt mir das folgende Interview die Chance die nächste Künstlerin, Mozart's Sister, so richtig zu sehen. Im Augenwinkel konnte ich lediglich eine sich auf der Bühne exzentrisch windende Sängerin zur Kenntnis nehmen, deren expressiver Gesang im Spannungsfeld aus Kate Bush, Tori Amos und Diamanda Galas angesiedelt ist. Aber bitte nicht darauf festschreiben, dieses Bild entstand in gefühlten zehn Sekunden.





23:47 Uhr – Endlich angekommen im Le Poisson Rouge auf der Bleeker Street – Samstag abends stellt es nämlich eine echte Herausforderung dar, von Brooklyn nach Manhattan rüber zu machen. Zuviel Landvolk will in die Stadt, sagen die Einheimischen. Und die müssen es ja wissen. Im LPR, wie der Club bei eben jenen heimischen New Yorkern heißt, lädt die hiesige Party-Institution »Fixed« zu ihrer jährlichen CMJ-Veranstaltung. Orthy eröffnet den Abend mit verhaltenem Indie-Synthie-Pop, der offensichtlich von New Order inspiriert ist. Vatican Shadow setzen danach auf düster polternde Beats. Mein Highlight des Abends: Holy Other, deren schön dramatischen Ambient-Pop man durch ihre Remixe für How To Dress Well und Walls kennen könnte. Zwischen den Acts und danach legen die beiden Veranstalter Dave P und JDH angenehm technoid auf. Eine gute Abwechslung nach dem vielen HipHop und Indierock der letzten Tage.






Sonntag, 21. Oktober 2012

10:00 Uhr - Es ist wahr, was die Beastie Boys vor zwei Dekaden gerappt haben: bis Brooklyn gibt es keinen Schlaf. Auch 2012 war das CMJ wieder ein schlafloser Marathon. Und ein sehr lohnender.