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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Tasche auf, Zollkontrolle!

Im Koffer von Dum Dum Girls

Sie hören auf die Namen Dee Dee, Jules, Sandy und Malia und haben keine Zeit für Nachnamen – die gibt es immer erst für die ausgeschiedenen Bandmitglieder. Das neue Album trägt den Titel »Too True«, erscheint auf Sub Pop Records und setzt mit eingängigen Songs an der Schnittstelle aus melancholischem Psychedelic-Sound und Indie-Pop genau da an, wo die vier Amerikanerinnen schon immer am besten waren: bei verspulter Eingängigkeit. Dee Dee, deren echten Namen wir als Kristin Welchez recherchieren konnten (hoffentlich muss sie jetzt nicht gehen ...), öffnete für Intro ihren Reisekoffer.
Geschrieben am
»Im letzten Jahr war ich viel weniger unterwegs als in den zehn Jahren zuvor, da wir eine kleine Pause eingelegt haben. Sonst bin ich im Schnitt circa sieben von zwölf Monaten auf Reisen. Das bringt auf jeden Fall Rituale mit sich. Ich packe immer sehr leicht. Die beiden wesentlichen Gepäckstücke passen insofern gut: Vitamine und Schlaftabletten. Auch wenn Letzteres anders klingt, mir ist es sehr wichtig, gesund zu essen auf Tour, und auch auf Sport lege ich viel Wert. Wer so viel reist, mutet seinem Körper extrem viel zu, vor allem das Fliegen zehrt. Mit 20, als ich ein ziemliches Partymädchen war, spielte das keine Rolle, aber jetzt, wo ich älter bin, werde ich schneller krank und müde. Gut, dass mittlerweile fast alle Hotels in Amerika ein Sportstudio haben, in Europa ist es schwieriger. Mein kleiner Bruder ist Trainer, er hat mir einen Trainingsplan mit Pilates-Übungen gemacht, ich kann also auch auf dem Zimmer was machen. Ich bin eine ruhige, introvertierte Person. Da wir viel im Auto unterwegs sind, schaue ich Filme oder höre Musik; Lesen geht nicht, da mir dann immer gleich schlecht wird.

Aber zurück zum Packen: ›Leicht‹ meint ein Kleid, eine Hose, ein T-Shirt, eine Jacke, ein Paar Schuhe – plus das Bühnenoutfit. Ich trage also jeden Tag das Gleiche und wasche es einfach nur mal zwischendurch. Das Gute daran: Man muss sich nicht jeden Tag entscheiden, was man anzieht. Neulich erst habe ich mein iPad auf dem Flug von New York nach L.A. verloren. Ich lud es im Terminal auf und habe es einfach an der Steckdose vergessen – war wohl noch von der Nacht davor bekifft. Wir waren jedenfalls schon an Bord der Maschine und konnten nicht mehr raus. Aber der Pilot hörte, wie ich es der Stewardess erzählte, und ging doch tatsächlich kurz raus und brachte es mir.

Mein Lieblingskleidungsstück ist die Jacke, die ich heute trage. Ich habe sie letzten Winter in New York gekauft. Ich wohnte zuvor nie in einer Stadt, wo es kalt wird, also war es das erste Mal, dass ich eine brauchte. Sie hat eine Kapuze, so kann ich mich gut verkriechen, und drunter kann ich nackt sein, ohne dass es jemand sieht, auch gut. Sie hat nur sechs Dollar gekostet, ein echtes Schnäppchen. Die Knöpfe haben übrigens Herzchenform.«