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Im Interview: No Arschwackelbefehl

autoKratz

Krach, Rumms, Bleep und dazwischen ein bisschen Fiep. Electrorock muss man nicht mehr neu erfinden. Das haben David Cox und Russell Crank aus London auch gar nicht vor.
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Krach, Rumms, Bleep und dazwischen ein bisschen Fiep. Electrorock muss man nicht mehr neu erfinden. Das haben David Cox und Russell Crank aus London auch gar nicht vor. Doch nach einer krachigen Single-Sammlung letzten Sommer wollten sie für ihr erstes autoKratz-Album zumindest sich selbst ein bisschen neu erfinden. Zusätzlich zu ihrer Karriere als Filterschrauber machen sie ab sofort auch in Songwriting, wie sie Arno Raffeiner erzählten.

Wer heute die lauteste elektronische Musik fabrizieren will, muss scheinbar im Grunde seines Herzens Rocker sein. Wie sieht's bei euch aus?

DC: Die erste Musik, die mich wirklich gepackt hat, waren die Sex Pistols. Später ging's weiter mit Public Enemy, so mit 14 kam dann Rave ...
RC: Ich könnte nicht sagen, ob ich eher mit Rock oder mit Elektronik aufgewachsen bin. Es war eine Mischung aus allem: Devo, Primal Scream, Bands, die in kein bestimmtes Genre passen, sondern etwas Neues erschaffen. Als wir zwei uns kennenlernten, kam viel aufregende elektronische Musik raus. Wir merkten, dass wir die Leidenschaft für diese Musik teilen, dass wir aber doch etwas anderes machen wollen.
DC: Eines hat uns nämlich gestört: wie sehr diese Musik nach der alten Mentalität von Dance Music funktioniert. Immer heißt es nur: "Shake your booty!" Was soll mir das denn sagen? Fuck off! Ich habe einen tollen Hintern und kann wirklich gut damit wackeln. Aber ich will nicht, dass man mir das befiehlt.

Ihr verpackt nun also lieber simple Popsongs im krassen Soundgewand.
RC: Hör dir "XTRMNTR" von Primal Scream an! Das ist eine umwerfende Fusion aus krachiger Elektronik und wuchtigem Rock'n'Roll. Aber zugleich werden da ehrliche, glaubhafte Gefühle vermittelt. So etwas wollten wir auch schaffen.



Deshalb musste David jetzt auch zu singen beginnen.
DC: Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich wohl dabei fühlte, meine Gefühle auszudrücken. Am Anfang denkt man sich: "Oh nein, das kann ich auf keinen Fall in den Song reinnehmen!" Dabei ist es eigentlich egal, wenn die ganze Welt die Texte hört, aber sehr peinlich, wenn deine Freunde sie hören. Aber diese Angst muss man überwinden, um etwas Besonderes zu schaffen. Wenn man seine Gefühle versteckt, betrügt man nicht nur die anderen, sondern auch sich selbst.