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im Festivalsommer: Ein Protokoll

Bier versus Ecstasy

Klappern gehört zum Handwerk. Aber gehören Drogen und Alkohol auch zum Feiern? Zwei Protagonisten berichten über ihre Erfahrungen...
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Klappern gehört zum Handwerk. Aber gehören Drogen und Alkohol auch zum Feiern? Zwei Protagonisten berichten über ihre Erfahrungen. Protokoll: Peter Flore


"Mit Drogen habe ich noch nie Erfahrungen gemacht und habe das, ehrlich gesagt, auch nicht vor. Mein erstes richtiges Biererlebnis hatte ich mit 14. Ich weiß noch, wie ich eine ganze (!) Flasche getrunken hatte und zu einer Freundin sagte: Es fühlt sich alles so nebelig an. Darauf sie: Du hast es geschafft! Du bist betrunken!

Auf Festivals ist Bier ja meist das einzige, was man sich dauerhaft leisten kann. Jenseits von Gut und Böse bin ich aber eher selten. Gerade auf Festivals ist es ja so eine Art Pegeltrinken, durch die frische Luft und die viele Bewegung hält sich das Betrunkensein doch noch in Grenzen. Schön betrunken sein und bleiben ist eh eine schwierige Kunst, betrunken werden ist schöner! Vor allem in der Gruppe. Es ist ja schon auch ein gesellschaftliches Ereignis, ich würde niemals zuhause oder allein Bier trinken. In meiner Teenagerzeit war es oft das einzige Ziel des Abends, sich wegzuschießen.

Ein Abend unter Freunden beginnt aber auch heute eigentlich immer noch mit einem Bier, später sattelt man dann eventuell noch auf Longdrinks um. Es geht mir nicht unbedingt um den Rausch, eher um das gemütliche Beisammensein mit Freunden. Und klar kann man auch ohne Alkohol Spaß haben - nur halt anders. Und wenn alle deine Freunde trinken, du selbst aber nüchtern bleibst, hält sich der Spaß eben eher in Grenzen." (Nicole, 26)

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Klappern gehört zum Handwerk. Aber gehören Drogen und Alkohol auch zum Feiern? Zwei Protagonisten berichten über ihre Erfahrungen. Protokoll: Peter Flore

"Mein erstes Mal Ecstasy war eher ein Unfall. Ich war mit Freunden auf einem Festival. Alle hatten bereits Erfahrungen mit E. Einer verteilte die Pillen und ehe ich mich versah, hatte ich eine im Mund. Zunächst wurde ich panisch und dachte, ich müsse sterben. Dann ist erstmal eine ganze Zeit gar nichts passiert. Nach einer Stunde erzählte ich einer drogenerfahrenen Freundin, dass ich wohl nur ein Placebo erwischt hatte. Sie lachte: Baby, du hast noch fünf Minuten! Dann ging's auch schon los: Ich war euphorisiert, hatte meine Freunde total lieb und musste mich allen mitteilen. Ich war richtig touchy. Wir haben uns alle in den Arm genommen, es war eine wunderbare Nacht. Und: Das Konzert wurde immer besser!

Ich nehme nicht wirklich oft Drogen und achte auch sehr darauf, es in der richtigen Verfassung und mit den richtigen Leuten zu tun. Das Dümmste, was man tun kann, ist E allein zu nehmen oder wenn man schlecht drauf ist. Es ist eine Gemeinschaftsdroge, man redet wie ein Wasserfall und hat einen gefühlten IQ von 500, alles ist sonderbar klar. Aber man sollte man ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen und keinen Alkohol trinken. Ich brauche derartige Drogen nicht, aber zwei- bis dreimal im Jahr ist das schon ein wahnsinniges Erlebnis. Es kommt aber eher selten vor, dass ich Drogen vermisse. Meistens sind die Abende und Nächte auch so ganz lustig." (Paul, 29)