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Warnings / Promises

Idlewild

Idlewild, eine schottische Band, gegründet Ende 95, die sich seither viele Verdienste erspielte: Plätze in Bestenlisten und Tourbegleiter wie Muse, Coldplay und Pearl Jam - doch der Name bleibt suspekt. Idlewild, das klingt ja so naturverbunden wie wilder Enzian. I’s und d’s und l’s, die sich schnec
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Idlewild, eine schottische Band, gegründet Ende 95, die sich seither viele Verdienste erspielte: Plätze in Bestenlisten und Tourbegleiter wie Muse, Coldplay und Pearl Jam – doch der Name bleibt suspekt. Idlewild, das klingt ja so naturverbunden wie wilder Enzian. I’s und d’s und l’s, die sich schneckengleich umeinanderwurmen. Auch mein Dictionary wusste bei dem Namen nicht weiter. Bleibt also erst mal der Zusammenschluss eines Gegensatzpaares: „idle“ = müßig, untätig, träge und „wild“. Und zusammen also nicht mehr als die Summe der einzelnen Teile? Moment. Die Bandpage. Na sicher. Idlewild, das ist der Name des „quiet meeting place“ in dem damaligen Lieblingsbuch des zu Gründungszeiten 19-jährigen Sängers Roddy Woomble. Und dieses Buch nennt sich „Anne Of Green Gables“. Diesbezüglichen Assoziationen kommt man auch im neuen, fünften Album „Warnings / Promises“ ein bisschen näher: weniger Noise, dafür recht konventionelle, straighte Rockpop-Arrangements. Ein irgendwie irritierender Irish- bzw. Scottish-Folk-Einschlag und vor allem stimmlich schöne Erinnerungen an Michael Stipe und Morrissey – ein Kritiker nannte Idlewild gar mal die Punkrock-Version der Smiths. Ansonsten gibt es nicht viel, an dem man sich festhalten könnte. Und so erscheint die Platte auch schon ab der Hälfte etwas lang atmend. Auch die Lyrics vermögen dem keine weitere Dimension hinzuzufügen. Erfrischend und sympathisch bleibt die relative Unhörbarkeit von Attitüden und Posen. Idlewilds Musik strahlt eine unprätentiöse Selbstzufriedenheit aus, Geschmack und Meinung hin oder her, ohne über den klassischen Rockpop eine Mando-Diao-Jet-Halbstarken-Coolness zu blasen. Oasis kann man hassen. Idlewild nicht.