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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Bun O Und

Icalma

Wer beim etwas zerfahren wirkenden elektronischen Geklicker zu Beginn dieser Platte an einen leichten Flirt mit harmloser Indie-Elektronica denkt, täuscht sich gewaltig. Denn was Multiinstrumentalist Philippe Boisier auf seiner zweiten Platte als Icalma dann nachlegt, ist eher eine Mischung der post
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Wer beim etwas zerfahren wirkenden elektronischen Geklicker zu Beginn dieser Platte an einen leichten Flirt mit harmloser Indie-Elektronica denkt, täuscht sich gewaltig. Denn was Multiinstrumentalist Philippe Boisier auf seiner zweiten Platte als Icalma dann nachlegt, ist eher eine Mischung der postrockigen Chicago-Schule mit dem melancholischen Shoegazer-Sound britischer Creation-Bands wie Slowdive oder My Bloody Valentine. Der in Paris lebende Chilene, der sich nach seinem 2001er-Debüt “Music For The Eye” künstlerisch vor allem mit Soundinstallationen beschäftigte, veröffentlicht mit “Bun O Und” ein echtes Popalbum. Das liegt zum Teil auch am Gesang der neuen Bandpartnerin Armelle Pioline, sonst bei der französischen Indieband Holden. Ihre Stimme fügt sich auf Stücken wie “Parfois Elles Chantent” ganz selbstverständlich in wunderbar gesättigte Sonic-Youth’sche Gitarrenwände und klingt auf dem folgenden “Rose” wie nach der einer herzzerreißend melancholischen Schwester von Nico. Bei den offenen Schrammelakkorden von “Roi De Champs” denkt man wieder eher an 90er-Indiebands wie Lush oder Ride, während die kleinteilige Knusper-Elektronik und eine melancholische Orgelmelodie bei “Tu Ne Sais Rien D’Elle” auch Freunde von Broadcast bis Lali Puna begeistern dürften. So viel alte Indie-Sehnsucht in neuer Blüte – einfach großartig. Und dazu noch völlig unironisch, sogar unironisch schön.