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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Reif für die Insel

Ian Pooley

Was macht eigentlich die Faszination des Lebensentwurfs DJ aus? Okay, als biografische Berufung gibt es sicherlich unangenehmere Dinge als die Beschäftigung mit Musik, aber nicht zuletzt ist es dieser gelebte Kosmopolitismus, der in uns Bürogewächsen so etwas wie Neid hervorruft. Für Ian Pooley bi
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Was macht eigentlich die Faszination des Lebensentwurfs DJ aus? Okay, als biografische Berufung gibt es sicherlich unangenehmere Dinge als die Beschäftigung mit Musik, aber nicht zuletzt ist es dieser gelebte Kosmopolitismus, der in uns Bürogewächsen so etwas wie Neid hervorruft. Für Ian Pooley birgt das Clubleben zwischen London, Barcelona, Sydney und Tokio allerdings kaum noch Überraschungen. Und als wenn das nicht genug wäre, hat der 30-jährige Mainzer nach einem zwischenzeitlichen Umzug gen Katalonien sein neuestes Werk in Neuseeland und Australien produziert und denkt gerade über einen Zweitwohnsitz auf einer kroatischen Insel nach. Glück muss der Mensch haben. Das Durchatmen hat sich Ian auch redlich verdient. Anfang der Neunziger war der damals 17-Jährige zusammen mit seinem Studiopartner und Langzeitfreund Thomas Gerlach (a.k.a. Tonka) als T’N’I nicht nur einer der ersten Acts auf dem Frankfurter Traditionslabel Force Inc., sondern generell ganz vorne mit dabei, als es galt, House in Deutschland mit einem eigenständigen Sound zwischen Detroit-Techno und Disco zu prägen. Mit seinem vierten Album ›Souvenirs‹ macht er sich nun noch mehr als beim Vorgänger ›Since Then‹ auf die Suche nach dem Lied im House. »Das Schreiben von Songs ist für mich auf ›Souvenirs‹ die wichtigste Weiterentwicklung, da ich bislang doch noch eher Tracks gemacht hatte. Mit Gastmusikern zu arbeiten war eine Herausforderung, zumal das Arrangieren und Abmischen von Gesang eine Wissenschaft für sich ist.« Einen wichtigen Einfluss auf das Album hat lateinamerikanische Musik gehabt: »Die Faszination von lateinamerikanischer Musik liegt wohl an der Leichtigkeit und Wärme der Songs. Brasilianische Musik hat für mich aus zweierlei Gründen eine Verwandtschaft mit House: Zum einen ist beiden die Betonung auf den Rhythmus gleich, der immer sehr treibend ist, und im Übrigen haben die Harmonien eine ähnliche Wärme und Melancholie wie beispielsweise auch Detroit-Techno.«