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Wer wir sind

I Salute im Steckbrief

»Wer wir sind« – der regelmäßige Steckbrief. Diesmal stellen wir euch I Salute aus Berlin vor.

Geschrieben am

Interview:
Daniel Koch

Herkunft Berlin
Genre Deutsch-englischer, äh, Crossover
Mitglieder 2
Besondere Vorkommnisse Sören Geißenhöner sang mal Indie in der Band Empty Guns, und Magnus Wichmann trommelt noch immer für die Screamo-Punk-Gruppe Paan.
Aktuelle EP »How You Like Me Now« (Four Music / Sony / VÖ 09.03.18)

Da wir das Debütalbum »Her Confidence« etwas verpennt haben – sorry dafür –, würde ich mal etwas Grundlegender anfangen: Wie zum Henker kommt man auf diesen Sound, wenn man vorher eher klassisch mit Gitarren und Schlagzeug musiziert hat?
Sören: Hm, so richtig klassisch sind oder waren die anderen Projekte gar nicht. Wir haben schon immer experimentiert und versucht, neue Pfade zu trampeln. Auch spielen Schlagzeug und Gitarre, vor allem auf »How You Like Me Now«, eine tragende Rolle. Wir können uns aber gerne auf Kanyes »Yeezus« als Ausgangspunkt der Zusammenarbeit und ersten gemeinsamen Nenner einigen. Die geballte Dreistigkeit dieser Platte hat uns ermutigt, einfach laufen zu lassen. Zudem haben Magnus und ich vor I Salute eine sehr unterschiedliche musikalische Sozialisation erfahren.

Es kommt mir auch bei den neuen Songs bisweilen vor, als würden in jedem Track eigentlich zwei bis drei weitere um die Hoheit ringen, was noch mal verstärkt wird durch das Springen zwischen den Sprachen. Deshalb mal ganz technisch gefragt: Wie baut ihr einen Song zusammen bzw. wie funktioniert Songwriting in einem stilistisch so offenen Umfeld?
Uns geht es ähnlich. Wir sind, jeder für sich, umgeben von vielfältigen Einflüssen, sodass ein Thema, ein Rhythmus, ein Gefühl schnell von einem anderen abgelöst wird, was den Song immer weiter vorantreibt. Das ist jedes Mal ein Trip ins Ungewisse. Copy & paste sind bei uns selten. So bleibt es auch spannend für uns. Wir beginnen mal mit einem Riff, ein anderes Mal samplen wir ins Blaue, oder es gibt Textfragmente, die einen gewissen Vibe vorgeben. Hierzu muss man übrigens sagen: Wir wollen singen, aber nicht auf Deutsch. Wir wollen rappen, aber nicht auf Englisch.

Mit der Zeit schälen sich meiner Meinung nach ein paar Kernthemen heraus: Oberflächlichkeiten, Weltflucht, ungesunde Selbstoptimierung – was sind für euch die Kernthemen, die diese EP ausmachen?
Hier tun wir uns selbst schwer, eine Handvoll Schlagwörter einzukreisen. Ich würde sagen, es ist eine schmerzhafte Auseinandersetzung mit der Verkommenheit unserer Gesellschaft. Ungerechtigkeit, Ich-Sucht und moralischer Verfall. Auch Religion – hier vor allem ihre Interpretation und ihr Missbrauch – beschäftigt mich sehr. Liebe, so kitschig es auch klingt, ist Motor und Handbremse zugleich für uns.

Die EP kommt mir schon so vor, als wäre sie etwas mehr als ein bloßer Zwischenruf aus der Karriere. Da fand schon eine deutliche Entwicklung statt. Warum also dieses Release? Wo seht ihr euch jetzt in eurer Karriere?
Das siehst du richtig. Stagnation wäre unser Ende. Wir sind kontinuierlich im Songwriting-Prozess, entdecken Neues und probieren uns fast spielerisch von Release zu Release aus. »Her Confidence« war bereits ein Jahr vor Veröffentlichung fertiggestellt. Wir sind also der Aktualität wegen diesmal mit dem Wunsch zu Four, die neue EP alsbald zu veröffentlichen. Einen Karriereplan gibt es nicht. Wir machen einfach.

Wenn ich eure Musik höre, denke ich das Wort »Crossover«, obwohl es dank D-Base 5, Mr. Ed Jumps The Gun oder H-Blockx ein böses Wort ist – durch solchen Scheiß vergisst man ja, dass das Ganze mit dem »Judgement Night«-Soundtrack losging und uns Downset und Rage Against The Machine gebracht hat. Also: Was fühlt ihr, wenn ich euch das hier so gestehe, dass ich an Crossover denken muss?
Ich fühle mit dir. Wir betrachten unser Schaffen daher auch als Collage. Oder Flickenteppich?! Auch hier können wir die Mut-Debatte fortführen: Crossover als Vermischung von HipHop und Rock – zweier Mainstream-Genres – ist kalkulierbares Risiko. Wir hingegen, das habe ich mal über uns gelesen, haben »HipHop kaputtgemacht und viel schöner wieder zusammengesetzt«.

Four Music Productions

How You Like Me Now

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