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If I'd Been Born An Angel

HUUN-HUUR-TU

Das eindeutig vielfältigste Album des tuvenischen Folklore-Quartetts. Ich nenne sie bewußt nicht mehr nur Obertonsänger, denn was HUUN-HUUR-TU mit "If I'd Been ..." eingespielt haben, geht weit über die Dokumentation des Kehlkopfsingens hinaus. Es gibt erstmalig musikalische Prioritäten im Universum
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Autor: intro.de

Das eindeutig vielfältigste Album des tuvenischen Folklore-Quartetts. Ich nenne sie bewußt nicht mehr nur Obertonsänger, denn was HUUN-HUUR-TU mit "If I'd Been ..." eingespielt haben, geht weit über die Dokumentation des Kehlkopfsingens hinaus. Es gibt erstmalig musikalische Prioritäten im Universum der vier erdverbundenen Künstler, instrumentale Flötenduette, stehende Streichersequenzen und ähnlich überraschende Neuigkeiten. Traditionelle Volksweisen ihrer Heimat, durchsetzt von Neofolklore, die unter sowjetischer Okkupation ins Kulturerbe des kleinen Staates Tuva eingegangen ist, werden auf diesem dritten Album zu einer atmosphärischen Erzählung mit vielen Klangbildern und einfachsten Mitteln zusammengesetzt. Die Bilder wechseln schneller als auf den Vorgängeralben, als hätten HUN-HUUR-TU ihre Möglichkeiten kanalisiert, um sie nun Kulturbotschaftern gleich zu nutzen, denn so interessant und anschaulich klang bisher keines ihrer Werke. Die Zeit verlangsamende Kraft der Obertonthemen wurde in Formate gesteckt, die mit einem Schlag wirken. Vielleicht ein Ergebnis ständiger Live-Präsenz der letzten Jahre, vielleicht total unbewußt, auf jeden Fall aber mehr als zuträglich. "Du kannst tuvenische Musik nicht verstehen, wenn du nur den Obertongesang kennst." Aus dieser Erkenntnis heraus recherchierten HUN-HUUR-TU in ihrer Heimat, um populäre Folklore ihres Landes zu finden und in die Welt tragen zu können. Somit findet sich auf "If I'd Been ..." ein Wechselspiel aus steinalten Liedern und tuvenischen "Popsongs", die den vergangenen drei Dekaden entstammen. Der Pop eines Zwergstaates mit 300.000 Einwohnern auf 170.000 km².