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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Silence Is Golden

Hush Puppies

Zweite Platte, die gar nicht so klingt, wie man es von Franzosen erwartet. Und, ähnlich wie der Vorgänger »The Trap«, mit üppigem Indie-Pop begeistert
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Zweite Platte, die gar nicht so klingt, wie man es von Franzosen erwartet. Und, ähnlich wie der Vorgänger »The Trap«, mit üppigem Indie-Pop begeistert, wie ihn die zahllosen Brit-Bands und -Hypes der Zeit nicht hinbekommen hätten.


Auf der ersten Single singen sie im Refrain recht munter »I want my Kate Moss« zu Riffs, die natürlich auch vom Kollegen Doherty hätten stammen können. Auf ihrer Homepage wiederum ist keine offizielle Biografie zu finden, sondern ein Multiple-Choice-Fragebogen, der den Fans alles abverlangt.

So auch die Herleitung der musikalischen Einflüsse, die – mehrere Kreuze sind hier möglich – gar nicht mal so leicht zu bewerkstelligen ist. Einerseits verneigt man sich bei den Großen des frühen Britpop – The Kinks, The Who und vor allem The Small Faces –, und wenn man dem warmen Orgelspiel und den harmonischen Gitarrenläufen folgt, so sind diese Vorbilder wohl gewählt. Andererseits erfreut man sich natürlich auch an den Klängen von Queens Of The Stone Age und vor allem an denen der skandinavischen Kollegen The Hives.

All das wird mit viel Witz in zehn schöne, kurze, packende Songs gegossen, wobei das Ganze doch recht gitarrenlastig und manchmal gar krachig ist, was den Effekt hat, dass man den bisweilen recht starken französischen Akzent nicht so
wahrnimmt. Der nämlich wirkt sich hier und da etwas störend aus, auch wenn man etliche skandinavische Bands kennt, die mit einem ähnlichen Akzent wunderbare Musik machen. Und der vielleicht auch der Grund dafür ist, dass man die Handbremse recht selten zieht. Was schade ist, denn auf einem Song wie »Love Bandit« (blöder Titel, ja, aber toller Song) beweisen die Hush Puppies, dass auch große Romantiker in ihnen schlummern.

Schön auch die pathetischen Arrangements von »Down, Down, Down«, das sich zu einem richtigen Songmonster entwickelt, und natürlich das Neo-Wave-Feeling von »Bad Taste And Gold On The Doors« oder dem Opener »A Trip To Vienna«. Also ein äußerst gelungenes Album, das einen darauf aufmerksam macht, dass in Frankreich neben den obligatorischen Chansons und den vielen guten Elektronikbands auch die Indierock-Szene recht lebendig zu sein scheint ...