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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Light It Up«

Hot Water Music

Wer einen Sound erfindet, darf ihn auch (bei-)behalten. Hot Water Music spielen ruppig-herzigen Gefühlspunk, wie man ihn kennt und liebt.
Geschrieben am
Es gibt Platten, die haben sich so tief ins kollektive Unterbewusstsein tätowierter Kumpeltypen eingebrannt, dass sie es selbst nicht mal merken. Andernfalls hätten Hot Water Music wohl nicht ausgerechnet für den Titelsong ihres achten Albums so tief in die Riffrumpelkiste von Bad Religions »No Control« gegriffen. Was den Kaliforniern ihr 1989er-Brett, ist den Männern aus Gainesville bis heute ihr 1999er-Meilenstein »No Division«, das Überalbum emotional brennender Punkrock-Kunst, ein vom Himmel gefallenes Wunder, bis heute unerreicht. Allein an Chuck Ragans Schluchzen in »It’s Hard To Know« auch nur zu denken erzeugt Gänsehaut. Der Fluch eines solchen Ausnahmemoments in einer Karriere liegt darin, dass alles Spätere manchmal wie ein Abziehbild wirkt, in überzogenen Momenten gar wie eine Parodie.

Wenn Ragan auf diesem Album hier und da seine typische, gurgelnde Schleifpapier-Intonation wie ein Roger Miret mit Melodieverständnis zu sehr auf die Spitze treibt, muss man schmunzeln, um freilich im nächsten Moment wieder berührt zu sein. »Never Going Back« tariert sämtliche Stärken der Band erneut perfekt aus: Man möchte raus, in die Welt, auf die Landstraßen, in die Sümpfe, um sich auf der Ladefläche eines Pick-up trinkend dem euphorischen Weltschmerz hinzugeben. Das selbst produzierte Album gibt sich insgesamt ein wenig ruppiger und reduzierter, bleibt aber ansonsten ein überraschungsfreies, behagliches Homecoming.

Hot Water Music

Light It Up

Release: 15.09.2017

℗ 2017 Rise Records