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»Spademan gelesen von Christoph Maria Herbst«

Adam Sternbergh

Spademan von Adam Sternbergh spielt in einer Art postapokalyptischem New York, in dem nur noch wenig Arme die Straßen bevölkern und die Reichen sich in eine virtuelle Welt zurückgezogen haben.
Geschrieben am
Nicht gerade ein Posterboy des Jobcenters. Spademan stellt keine Fragen. Er ist nur die Kugel, abdrücken müssen andere. So sieht er das jedenfalls. Das Ganze spielt in einer Art postapokalyptischem New York, wo nach einer »schmutzigen Bombe« nur noch wenige Arme die Straßen bevölkern und viele Reiche sich in eine virtuelle Welt zurückgezogen haben. (Nein, nicht das Internet. Jenes ist bereits Oldschool.) Die reichen Körperhüllen dämmern in speziellen Betten dahin. Im Rest des Landes scheint das Leben normal zu verlaufen, weshalb man sich zwangsläufig fragt, warum nicht einfach alle diese trostlose Stadt hinter sich lassen. Abschließen und Schlüssel wegwerfen. Gut, das würde das Buch natürlich immens verkürzen, und Spademan hätte nicht sechseinhalb Hörstunden lang die Gelegenheit, sein aktuelles Opfer ausnahmsweise zu retten, statt um die Ecke zu bringen. Diese Variante des Profikiller-Genres ist nicht neu, und Sternbergh fügt ihr auch trotz des Traumwelten-Szenarios nicht viel Neues hinzu. Übrig bleibt routiniert spannende Thrillerkost in lakonischer, schnörkelloser Sprache, die von Christoph Maria Herbst gewohnt lässig und akzentuiert umgesetzt wird. Übrig bleibt allerdings auch ein völlig neuer Blick auf den Job des Müllmanns. Und auf Teppichmesser.