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Honor Found In Decay

Neurosis

Selten klangen die Pioniere des Katharsis-Core songdienlicher und dabei (für ihre Verhältnisse) gewöhnlicher als auf ihrem zehnten Album.
Geschrieben am

Autor: intro.de

Es ist verlockend einfach, Neurosis ob ihrer selbst und ihres Legendenstatus’ zu lieben. Ihre Pioniertaten als Alchemisten der extremen Gitarrenmusik in der Schnittmenge von Hardcore, Metal und Noise haben unzählige Bands beeinflusst und mithin ein eigenes Genre geschaffen. Die von ihnen in den frühen 90ern als Teil der Warehouse-Szene Oaklands initiierte radikale Erweiterung eines künstlerischen und spirituellen Punkverständnisses um maximale Katharsis und psychedelische Grenzerfahrungen hat bis heute nichts an Wirkmächtigkeit eingebüßt. Dabei machen es sich Neurosis, im Gegensatz zum Großteil ihrer Nachahmer, nie inmitten der eigenen Stilparameter bequem. Jedoch ist der bedingungslose Wille zur musikalischen Evolution auf ihrem mittlerweile zehnten Album Impetus und Stolperstein zugleich, denn selten klang diese Band bei aller Drastik songdienlicher und dabei abgeklärter, ja, gewöhnlicher. Sicher, sie sind immer noch die unerreichten Originale, nach wie vor wichtig, und ihrem Mut zur ständigen Entwicklung kann man nur Respekt zollen. Aber ein Neurosis-Album, das sich über weiteste Strecken nebenbei hören lässt, kann einem das Herz auch auf höchstem Niveau brechen.

In drei Worten: Legende / Katharsis / Damals