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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Honeyblood«

Honeyblood

Vom NME bis zum Guardian wird das Duo Honeyblood von der britischen Musikpresse mit Lobeshymnen überhäuft. Die Schottinnen Stina Tweeddale (Gesang, Gitarre) und Shona McVicar (Schlagzeug) aus der Arbeiterstadt Glasgow machen mit zwei Akkorden Garagenrock, fast so lässig wie Bikini Kill.
Geschrieben am

Die Single »Killerbangs« peitscht mit schnellen, dreckigen Gitarrenriffs und getriebenem Gesang durch. Songs wie »Super Rat« und Lyrics wie »I will hate you forever, you really do disgust me« wirken beim ersten Hören rotzig. Allerdings scheinen die punkigeren Zeiten der Girlband bereits in deren Anfangzwanzigern vorbei zu sein, denn in der Gesamtheit ist das Album näher am Westküstenpop dran als am Juze um die Ecke. Als Vorbild dient die US-amerikanische Sängerin Jenny Lewis. Entsprechend klingt selbst der Song »Choker«, welcher auf der brutalen Kurzgeschichte »The Bloody Chamber« der feministischen Autorin Angela Carter basiert, eher freundlich harmlos.

 

Saddle-Creek-Fans werden daran Gefallen finden. Wer die Musik des Labels aber immer als lahmen Mittelstandspop angesiedelt sah, dürfte auch diese Platte auf FatCat ernsthaft öde finden. Am fehlenden Bass liegt es nicht, da die Musik ein volles Klangbild entfaltet. Überhaupt können die beiden gleichermaßen schrammeln als auch melodische Hooks entwickeln, nur das echte Alleinstellungsmerkmal fehlt noch.

 

In drei Worten: Harmlose / Peitsche / Küstenpop