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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Man’s Rage For Black Ham

Honey For Petzi

Schon tausendmal erwähnt, war aber auch mein erster Eindruck: Honey For Petzi ist ein ausnehmend doofer Name für eine Rockband. Und auch der Titel ihres zweiten Albums befriedigt mich nicht richtig: Was ist der Mann denn so wütend auf seinen Schinken? Vielleicht, weil er schlecht geworden und deshal
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Schon tausendmal erwähnt, war aber auch mein erster Eindruck: Honey For Petzi ist ein ausnehmend doofer Name für eine Rockband. Und auch der Titel ihres zweiten Albums befriedigt mich nicht richtig: Was ist der Mann denn so wütend auf seinen Schinken? Vielleicht, weil er schlecht geworden und deshalb schwarz ist? Werden Schinken schwarz, wenn sie ranzig sind? Ich meine, mich zu erinnern, mal gehört zu haben, dass Elchschinken eine dunkle Farbe hat und trotzdem sehr schmackhaft sein soll. Aber es soll hier ja auch um Musik gehen: Die Schweizer haben sich auf "Man's Rage ..." nun nach längerer Stilsuche, nachdem ihr letztes Album schon von Steve Albini produziert wurde, mehr denn je dem noisig-vertrackten Postrock Shellac'scher Prägung verschrieben. Sie streifen dabei Tortoise genauso wie die Alleskönner der Berliner Sinnbus-Szene um Torchous und Delbo. Die Crux ihrer Spielart dieses Stils, von dem ich normalerweise nicht genug bekommen kann, liegt in den relativ einfallslosen Gitarrenarrangements. Die Rhythmussektion groovt amtlich, und manchmal wissen das die Gitarren auch vortrefflich zu konterkarieren, aber nicht selten klingt das doch ein wenig dünn. Sowohl produziert wie auch gespielt. Gut ist dagegen, dass die Honeys so ganz stilgetreu nun doch nicht sind und sich deshalb hin und wieder kleinere unterhaltsame Ausschweifungen in das Feld des Ambients erlauben. So was lockert auf und macht Laune. So wird diese Platte doch noch zu einer der guten, und das nicht ausschließlich für Leute, die nur zuschlagen, wenn die Gitarren richtig klimpern.