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Cream

Holy Barbarian

Die Vergangenheit ruhen zu lassen, ist im Falle Ian Astburys kein leichtes, wenn nicht gar ein unmögliches Unterfangen. Zu sehr tragen die Platten, die er zusammen mit Billy Duffy unter dem Namen THE CULT herausgebracht hatte, seinen Stempel. Die unverwechselbare Stimme und die Art, dieses Organ in
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Autor: intro.de

Die Vergangenheit ruhen zu lassen, ist im Falle Ian Astburys kein leichtes, wenn nicht gar ein unmögliches Unterfangen. Zu sehr tragen die Platten, die er zusammen mit Billy Duffy unter dem Namen THE CULT herausgebracht hatte, seinen Stempel. Die unverwechselbare Stimme und die Art, dieses Organ in Szene zu setzen, sind es dann auch, was mich beim Hören von 'Cream' immer wieder in die Vergangenheit abschweifen läßt. Astburys neue Band HOLY BARBARIAN ist ob dieser Stimme im Grunde eine Art Reinkarnation eines Hauptmerkmals der 'Kult'-Band. Und wer THE CULT nie mochte, wird auch diese Band nicht mögen, geschweige denn verstehen, was gemeint ist. Ian setzte dem Treiben seiner alten Band ein Ende, als der Weg in die Eindimensionalität für ihn den Höhepunkt erreicht hatte. Schlechte Platten haben THE CULT nie abgeliefert, nach dem großen Erfolg von 'Sonic Temple' bestimmte wohl aber - nach eigener Aussage - das Schielen nach Verkaufzahlen zu sehr den kreativen Teil der Arbeit. Astbury wollte ohne irgendwelchen Druck von außen arbeiten und gründete zusammen mit Gitarrist Patrick Sugg und den Brüdern Scott und Matt Garrett an Drums bzw. Bass die HOLY BARBARIAN. 'Cream', erstes Zeugnis dieser Zusammenarbeit, klingt entsprechend frisch und zeigt einen Sänger, der seinen Part mit deutlich weniger Ballast angeht. Die Songs sind einfach, aber wirkungsvoll strukturiert und lassen kaum zu, sich ihnen zu entziehen. Unweigerlich übertragen sich die Schwingungen von der Band auf den Hörer. Neben der ersten Singleauskopplung 'Space Junkie', welche mitunter ein wenig an 'The Witch' erinnert, gibt es noch weitere Stücke mit Hitcharakter, an Erfolg oder Mißerfolg aber wollen die HOLY BARBARIAN nicht gemessen werden. Sie wollen einfach die Art von Musik machen, die ihnen persönlich am besten gefällt, und mit dieser Herangehensweise treffen sie zumindest bei mir voll ins Schwarze. Get your kicks!