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»Hinkebein«: Im Zweifel für den Gag

So war der Tatort gestern

Wir blicken zurück auf den gestrigen Krimiabend: Peter Flore widmet sich montags immer dem neuesten »Tatort«.
Geschrieben am

Ausnahmsweise will Kommissar Thiel (Axel Prahl) mal kein St.-Pauli-Spiel gucken, ansonsten aber bleibt alles beim alten im Münsteraner Tatort »Hinkebein«, der einmal mehr offen legt, was regelmäßige Tatortgucker eh schon wussten: Nämlich, dass es nur ca. 5 (fünf) Schauspieler in Deutschland gibt. Ole Puppe, Wolfram Koch (beide zuletzt schon im Münchener bzw. Bremer Tatort mit tragenden Rollen) und bevor wir ihre Lolitastimme vergessen, wurde auch Michelle Barthel noch schnell mit der gleichen Rolle wie immer bedacht. Irgendwie auch beruhigend, immer wieder die gleichen Gesichter zu sehen.

Es gbt nicht wenige Leute, denen der Münsteraner Tatort wegen seines folkloristischen Lustspielcharakters gehörig auf den Zeiger geht. Die Anzahl derer hält sich wiederum die Waage mit Leuten, denen der »Kriminalfall« drumherum eh völlig wumpe ist und die Münster quasi als regelmäßiges Off-Event feiern, inkl. all der Prof.-Dr.-Boerne-Manierismen, des kiffenden Taxifahrervaters, der Witze über Kleinwüchsige und der/des kettenrauchenden Staatsanwältin/alts. Wie so oft kommt man gut durchs Leben, wenn man sich irgendwo dazwischen einordnet.
[usercomment=http://www.intro.de/forum/plink/3/1075711636/1331514768]Also, ich bin ja trotz des recht volkstümlichen Spiels des Herrn Liefers ein großer Anhänger des Münsteraner Tatorts. Entsprechend war das für mich gesten auch kein "großer Quatsch", sondern ganz ok. Den Schnickschack außerhalb des Falls, also die EC-Karte, die russische Delegation, Papa Thiel als Leibwächter und und und fand ich auch wieder sehr hübsch.[/usercomment]
So ist auch »Hinkebein« wieder ein eher unterdurchschnittlicher Kriminalfall mit einer Menge Onelinern (»Das geht auf meine Kippe«, »Auch im Krieg wurden Kinder gezeugt«) und dem steten Versuch, das Gaglevel auf ein »Nackte Kanone«-Niveau zu hieven und mit jedem Mal die Grenzen dessen, was im doch engen Tatortrahmen möglich ist, weiter auszuloten. Nach dem Motto: Im Zweifel für den Gag. Etwa den auf Kosten von zu Guttenberg, neben amtlichen Wulff-Bashing ja eine der zwei Säulen aktueller deutscher Kabarettkunst. Wenn sie jetzt wenigstens noch Sitcomlacher aus der Konserve einblenden würden, wäre ja alles gut. Und das Argument »Ich will Tatort, keine Comedy« benutzen ja eh nur Leute, die beim Italiener immer nur die Salamipizza und im Chinarestaurant die Peking-Ente (süß-sauer) bestellen.

Nach einer einwöchigen Pause sind übernächsten Sonntag (25.03.) dann schon wieder die Bibi und der Eisner in »Falsch verpackt« im Einsatz.

Den aktuellen »Tatort« kann man noch bis nächsten Sonntag in der ARD Mediathek anschauen, aus Jugendschutzgründen allerdings nur zwischen 20 und 6 Uhr.

»Will denn niemand was zum gestrigen Tatort schreiben?«:
Im Forum diskutieren Intro-User über vergangene und aktuelle Tatorte.

Alle Texte zum Thema »So war der Tatort gestern« unter
www.intro.de/spezial/sowardertatort.