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So war’s in Leipzig: Unausgeführte Exzesse

Herrenmagazin live

Herrenmagazin spielen zwischen kontrolliertem Understatement und unkontrollierter Tanzfreude.
Geschrieben am

19.10.2013, Leipzig, Werk2

 

Das Konzert von Herrenmagazin heue Abend im Leipziger Werk 2 beginnt mit einem dieser Sätze, von denen man nicht weiß, ob sie ein Kompliment sind oder das Gegenteil. Der Support EAIS sagt ihn und er geht so: »Gleich kommen Herrenmagazin, die Band, die mit Exzessen prahlt, aber nie ausführt«.

Schade, dass er das Ende des wunderbaren Vorprogramms ankündigt, gut, dass er den zweiten wunderbaren Teil des Abends einläutet und eine passende Überschrift ist er alle Mal. Denn Deniz legt gleich los mit Geschichten über Auftritte, bei denen sie sich mehr an den Instrumenten festgehalten als sie gespielt haben. Und gleichzeitig steigen sie mit einer druckvollen Version von »Erinnern« ins Programm. Das Pogen und Springen des Publikums als Beweis, dass Deine Ansage nur Understatement war. Dieses Understatement ist auch das Einzige, was man Herrenmagazin heute vorwerfen kann. Nächste Ansage: »Ein Freund hat letztens zu uns gesagt: Mensch Ihr seid ja richtig gut geworden«. Egal, ob das Spiel mit der Selbstkritik berechtigt ist oder nicht –  es ist sehr sympathisch und die Tanzfreude der knapp 400 Leute im Publikum sagt ohnehin etwas anderes. Da wirkt es fast, als ob Deniz bei »Hals über Kopf« extra einen Texthänger hat, damit Paul ihm hilfreich als Souffleur beispringen kann.

 

Der Freund hatte aber übrigens Recht – Herrenmagazin spielen sehr routiniert, auch mit dem Publikum. Deswegen genießen sie auch den Rockstar-Moment, auf lautstarke Anfrage das schweißgetränkte Handtuch in die Menge zu werfen. Deswegen sind auch ältere Hits dabei wie »Krieg« und »LNBRG«. Dazwischen aber auch »Formlos & Frei« und »Pelikan« von der gerade veröffentlichen EP. Ein Set zum aktuellen Album »Das Ergebnis wäre Stille« ist es jedenfalls nicht, eher ein Best of aller Alben.