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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Wer wir sind

Her

»Wer wir sind« - der regelmäßige Steckbrief. Dieses Mal mit den bezaubernden Her aus Frankreich.
Geschrieben am
Herkunft: Frankreich
Genre: Soul mit elektronischem Einschlag
Mitglieder: 2 (plus Liveband)
Besondere Vorkommnisse: Her sind der zur Musik gewordene Schlafzimmerblick. Ihre Performance, ihre Texte, alles ist schon fast übertrieben sexy. Victor Solf, der mit der souligen, tiefen Stimme, ist jedoch verheiratet – tut uns leid, werte Fangemeinde.
Ihr habt ein Händchen für Liebeslieder – aber findet ihr nicht, dass die Liebe schon oft genug besungen worden ist?
Simon Flageul: Stimmt schon, Liebe ist immer ein großes Thema. Aber wir sprechen ja nicht nur über die Liebe, sondern vor allem über Beziehungen. Es ist uns wichtig, eine Geschichte zu erzählen.
Victor: Als wir uns dazu entschieden haben, Her zu gründen, haben wir viel Soul gehört. Im Soul klingt alles, als käme es von ganzem Herzen. Dazu passt die Liebe natürlich perfekt. 

Wenn ihr schon so viel über Liebe singt, wieso dann nicht in der Sprache der Liebe und eurer Muttersprache: Französisch?
Simon: Wir haben uns nie aktiv dafür entschieden, auf Englisch zu singen. Ich habe ein Jahr lang in Michigan gelebt. Victor ist in Deutschland geboren und hat sehr früh angefangen, englische Musik zu hören. Wir versuchen aber, ein paar französische Eigenheiten in unser Schreiben einzubeziehen.
Victor: Die Art, wie wir »Quite Like« geschrieben haben, zum Beispiel, ist sehr französisch.

Aber was genau zeichnet das Französische daran aus?
Victor: Amerikaner zum Beispiel umschreiben Nacktheit meist in Bildern, das ist cool. Die andere Art ist, direkt darüber zu sprechen, das passiert meist im HipHop und das ist oft sehr vulgär und hart. Wir versuchen zwar direkt, aber immer poetisch über Sexualität zu singen. Simon hat den Text zu »Quite Like« geschrieben und da heißt es »I quite like your hair, I quite like your breast« – das würde ein Amerikaner niemals so schreiben. 
Simon: Dazu kommt, dass wir die französische Tradition schätzen, das gute Essen, den guten Wein und wir geben uns Mühe, uns gut zu kleiden. Wir arbeiten mit einem französischen Schneider zusammen, der auch unsere Bühnenkleidung entwirft. Unsere Wurzeln bedeuten uns etwas.

Wie seid ihr darauf gekommen, euch spezielle Bühnenanzüge zuzulegen? Wenn man euch jetzt anschaut, tragt ihr im Alltag auch eher Sneaker und Jeans.

Simon: Alle Künstlerinnen und Künstler, die wir mögen, haben Bühnenanzüge.
Victor: Schau dir die Temptations oder James Brown an.
Simon: Man sieht den Bands auf der Bühne an, dass sie nicht gerade auf dem Weg zum Bäcker sind. Das hat auch was mit Respekt vor dem Publikum zu tun. 
Victor: Vielleicht wären wir sonst auch zu schüchtern, so offensiv über Liebe und Sexualität zu singen. 

Her

Her Tape #1 - EP

Release: 15.01.2016

℗ 2015 ZRP