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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Statements gegen Halbherzigkeiten

Heimspiel-Ticker 09.01.07

::: Juhuu! Man kommt sich vor wie am Baggersee, wie Schule, wie Spaß haben. Davon kann man nicht genug haben, in ähnlich kichernde Bestlaune versetzen sonst nur die Pop Tarts, und die gibt es schon lange nicht mehr. Das Beste an Paperboat sind ihre fröhlich-naiven Texte mitsamt obligatorischem deuts
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::: Juhuu! Man kommt sich vor wie am Baggersee, wie Schule, wie Spaß haben. Davon kann man nicht genug haben, in ähnlich kichernde Bestlaune versetzen sonst nur die Pop Tarts, und die gibt es schon lange nicht mehr. Das Beste an Paperboat sind ihre fröhlich-naiven Texte mitsamt obligatorischem deutschen Akzent. Bestens, bleibt nur die Frage zum Text von 'Management': "This is a mess, man: management." Oder: "This is a mess bands' management!" Was davon ist richtig? Oder ist das etwa ganz egal, denn wichtig ist dies: Paperboat machen alles richtig!
.:www.paperboat-music.de:.

::: Marathon scheuen sich nicht, nach vorne zu gehen und geben ein klares Statement gegen Halbherzigkeiten und Langeweile. Zwei Mitglieder waren zuvor schon bei der leider aufgelösten Band The Coalfield. Jetzt wollen sie es noch mal wissen und bringen im Frühjahr eine EP heraus und starten auf eine Tour. Sie machen richtige Rockmusik. Ohne jetzt den Begriff Rock zu verteidigen, kommt aber ein falsches Bild 'rüber. Der Rock, der hier gemeint ist, findet nicht auf Baustellen statt und kommt ohne zotige Witze aus. Soundgarden schweben mir dabei vor, selbst wenn diese Referenz nicht unbedingt offen zutage tritt, eine freie Assoziation wird ja mal erlaubt sein.

::: Und dann kam da noch die Mail von Andreas Usenbenz, der uns auf sein Label Klanggold aufmerksam gemacht hat. Da das Label ziemlich prima ist kommt hier das Labelspecial mit beiden Platten von Klanggold:

::: Jair-Rohm Parker Wells ist Bassist und verfremdet seine Instrumente über das Maß. Dazu kommen elektro-akustische Sounds, die zum Teil in die Weltmusik gehen. Insgesamt die schwächere der beiden Veröffentlichungen, die bisher auf Klanggold erschienen sind. Nur teilweise wirkt es zwingend, was Parker Wells macht; der Opener 'A.L.M.' beispielsweise verliert sich in weltgewandter Beliebigkeit, dafür entschädigen immer wieder die improvisierten Stücke, die mit angenehmer Leichtigkeit einen mit sich selbst jammenden Musiker zeigen. Wenn man also gerne akustische Fernreisen und improvisierte Musik miteinander verknüpft, ist man hier richtig.
.:www.klanggold.net:.

::: Die andere Klanggold-CD vom Labelmacher selbst (veröffentlicht als 'Pelktron' von Nobile) dagegen spricht eine ganz andere, durchweg reife Sprache. Hier dominiert das Soundscape, seltener werden Instrumente laut, wie auf 'Bahnhof'. Ein elektronisches Stottern und Zirpen schleicht sich durch die Tracks, die von onomatopoetischer Kraft getragen einen hypnotischen Sog erzeugen. Nach eigener Aussage beschäftigt sich die CD mit klassischer Musik und deren Aneignung. Da bleibt unter dem Strich: die Klassik wurde so stark angeeignet, dass man sie nicht wieder erkennt. Das soll aber keineswegs abwertend gemeint sein, damit man sich richtig versteht. 'Pelktron' hat Relevanz, etwas, was dem Großteil der heutigen Klassik abgesprochen werden muss.
.:www.klanggold.net:.

::: Ansonsten schickt eure Musik weiterhin an den Heimspiel-Ticker, wir freuen uns über jede Zusendung. Eure Songperlen aus der Finsternis des Proberaums ins strahlende Licht einer großen Öffentlichkeit zu ziehen, das kann ihnen nur gut tun. Also, seid ihr bereit, dann schickt uns euren Stand der Dinge, als MP3, CD, Weblinks oder Tapes, ganz egal in welchem Format. Was für Musik ihr auch immer macht, HipHop, Rock oder Elektronik, alles ist hier richtig. Also ab in die Post damit oder an: heimspiel@intro.de