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Mit Kristof Beuthner

Heimspiel #244

Bin platt: Es ist doch immer wieder unglaublich, wie viele Bands, die auf kleinen Labels veröffentlichen, den internationalen Vergleich nicht zu scheuen brauchen. Hier einige Beispiele.
Geschrieben am
Da sind zum Beispiel die Schweizer Spencer, die allerdings nachgewiesene internationale Klasse im Rücken haben: Das vierte Album »We Built This Mountain Just To See The Sunrise« (Ambulance) wurde von Reto Peter (Counting Crows) produziert und hievt die Band mit Energie und Elegie mühelos auf eine Stufe mit Acts wie The National, Editors oder Interpol. Der dunkle Gesang, die düster-euphorische Grundstimmung, die prägnanten Melodien: Hier stimmt einfach mal alles.

Spencer

We Built This Mountain Just to See the Sunrise

Release: 20.05.2016

℗ 2016 Spencer

Um die legitime Nachfolge von The Mars Volta wird ja auch immer noch gestritten. Okay, vielleicht sind This April Scenery mit ihrem zweiten Album »Liminality« (Midsummer) dafür nicht generalverdächtig. Aber die zehn neuen Stücke beherrschen den Wechsel zwischen melodischen Passagen und brachial frickeligen Ausbrüchen mit sehnsüchtigen Lyrics äußerst versiert und markieren dadurch wenigstens ein dickes Ausrufezeichen im Post-Hardcore. Gefällt sicher auch Thrice-Fans.

This April Scenery

Liminality

Release: 15.04.2016

℗ 2016 Midsummer Records

»Ein gutes Lied ist ein gutes Lied«, sagt Sönke Torpus und schickt dem Torpus & The Art Directors-Album »The Dawn Chorus« mit »Being Discovered« (Grand Hotel Van Cleef) eine EP mit fünf Coversongs hinterher. Der warmherzig-feinsinnige Indie-Folk der Band ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben; wie man sich hier »Time To Pretend« von MGMT oder »Everybody’s Changing« von Keane zu eigen macht, zeugt von großer – da haben wir’s wieder – international konkurrenzfähiger Klasse.

Torpus & the Art Directors

The Dawn Chorus (Bonus Track Version)

Release: 13.03.2015

℗ 2015 Grand Hotel Van Cleef

Stilvollen, ebenfalls hochklassigen Country-Pop spielten Neo Rodeo schon auf ihrem schönen Debüt; auf »Bingo Ringo« (Tapete) kommen nun noch Beatles-Britpop und sogar Desert-Rock mit ins Portfolio. Gewohnt sympathisch versieht die Band das Ganze neben etlichen, locker eingestreuten Zitaten aus der Musikwelt auch mit augenzwinkernder Selbstironie. Das macht viel Spaß und unterhält, ohne aber jemals zu sehr in die Tiefe zu gehen.
Die Bremer We Had To Leave. schlagen da in eine ganz andere Kerbe. Ihr neues Album »A Rather Confident Thought« (Ton-e) geht mit offensiver Percussion, sexy Bassläufen und feinen Gitarren-Licks mit Anlauf in die Beine und ins Herz. Letzteres wegen des melancholischen Grundtons, der aber so herzerfrischend locker vorgetragen wird, dass man gerne mit dieser Band zusammen melancholisch sein mag. Das mögen auch Freunde von Maritime oder Balthazar.

we had to leave.

A Rather Confident Thought

Release: 29.04.2016

℗ 2016 We had to leave., ton-e music

Blues und Rock’n’Roll müssen per se nach staubigen Clubs und weiten amerikanischen Landschaften klingen. The Phans aus Ulm beherzigen das auf ihrem selbstbetitelten Debüt (El Puerto); diese Band weiß, was sich gehört. Schön kantig und immer auch ein bisschen schmutzig, in klassischer Trio-Besetzung und mit viel Energie erwecken sie über neun Stücke nie den Eindruck, es hier nicht mit einer frisch entdeckten US-Band zu tun zu haben.

The Phans

The Phans

Release: 27.05.2016

℗ 2016 El Puerto Records

Tropic besteht aus dem in erster Linie durch Filmmusik bekannt gewordenen Duo Peter Folk und Johannes Lehninger, die sich auf »I Am The Rain If You Are The Meadow« (Rent a Record Company) tief vor dem schwelgerischen Songwriter-Pop der 1960er und 1970er verneigen: zwei Pop-Jahrzehnten, die in ihrer Zeitlosigkeit bis heute nicht beendet scheinen. Warm und feinfühlig, reich instrumentiert und sehnsuchtsvoll, irgendwo zwischen Simon & Garfunkel, Leonard Cohen und Donovan.

Tropic

I Am the Rain If You Are the Meadow

Release: 15.04.2016

℗ 2016 Tropic / RAR, marketed by Motor Entertainment

Die Salzburger Manchester Snow wurden 2013 mit dem Austrian Newcomer Award geadelt. Lauscht man ihrem Debüt »Out Of The Woods« (Late Hour), kann man nicht umhin, das verdient zu finden. Das ist überaus hymnischer, energetisch-schwelgerischer Indie-Pop – um keine umarmende, große Geste verlegen, niemals aber anbiedernd an Genre-Ikonen. In den Momenten, in denen die Platte am größten ist, schießen U2 durch den Kopf; in allen anderen denkt man an The 1975 oder Coasts.

Manchester Snow

Out of the Woods

Release: 22.01.2016

℗ 2016 Late Hour Music

Der Klangkosmonaut Lutz Nikolaus Kratzer nennt sein Projekt .Klein, klingt aber alles andere als das. Dem Hamburger ist kein Style, kein Genre, keine Strömung fern. Auf seinem dritten Album »Bengal Sparks« vermischt er Elemente aus HipHop, Funk, Electronica und Alternative-Pop zu einem durch die Bank dynamischen, lebendigen, flirrend funkelnden Gesamtkunstwerk. Das macht auf ähnliche Art und Weise seit langer Zeit ein König seiner Zunft namens Beck Hansen. Eine spannende Platte.

Klein

Bengal Sparks

Release: 18.05.2016

℗ 2015 Lutz Nikolaus Kratzer

Bleiben wir zum Ende mal weg von internationalen Vergleichen. Der Nino Aus Wien kommt, man ahnte es schon, aus Österreich. Mein geschätzter »Heimspiel«-Vorgänger schrieb im Februar, ohne Nino und seine verschroben-schmähverliebten Weltbetrachtungen wären Bands wie Wanda und Bilderbuch nicht möglich gewesen. Nun ist eine neue EP namens »Adria« (Problembär) da, die diese These mit sechs frischen Songs einmal mehr untermauert. Nicht so poppig und großspurig wie die beiden inzwischen sehr berühmten Nutznießer, dafür abermals sehr eigen und zupackend.

Der Nino aus Wien

Adria - EP

Release: 01.04.2016

℗ 2016 Problembär Records

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