×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

Mit Benjamin Walter

Heimspiel #237

Indie, Artverwandtes und ein alles zerberstendes Rapalbum aus Rostock diesen Monat im »Heimspiel«, der vermutlich beliebtesten Rubrik im Intro Magazin.
Geschrieben am
Gute Nachrichten für die ganz jungen und die etwas älteren Leser: Mit »Unter meinem Bett« (Oetinger Audio) erscheint nun eine Compilation von Kinderliedern, die auch Erwachsene feiern können. Beliebte ältere Herren wie Bernd BegemannGisbert zu Knyphausen oder der verstorbene, unsterbliche Nils Koppruch singen lustige und liebevolle, manchmal schräge und manchmal auch düstere Lieder für die ganze Familie.

Various Artists

Unter meinem Bett

Release: 16.10.2015

℗ 2015 Oetinger Media GmbH, Hamburg

Musik zu einem Film, der wirklich gedreht wurde: Die Band Die Tentakel Von Delphi, dem einen oder anderen vielleicht als Begleitband des Rappers Käptn Peng bekannt, liefert den Soundtrack zu dem tragisch-komischen Sauf-Film »Alki Alki« (Kreismusik) von Axel Radisch. Mit der lakonischen Lässigkeit einer schmierigen Barband begleiten sie die Handlung um eine alkoholbefeuerte Männerfreundschaft mit rumpelndem Bass Nova, Swing und Blues. Macht richtig Bock auf den Film, funktioniert aber auch so.

Die Tentakel von Delphi & Käptn Peng

Alki, Alki (Musik zum Film)

Release: 06.11.2015

℗ 2015 Kreismusik

Als Liebhaber eher einfach strukturierter Musik hatte ich mit der »Tides EP« (Asmara) der Kölner Band Xul Zolar, die nun auf dem bandeigenen Label erscheint, so ein bisschen meine Probleme. Was für eine Masse an Melodien, Tönen, Rhythmen! Doch die EP enthält nicht nur soundverliebte Spielerei mit allem, was die Welt der Klangerzeugung hergibt; da sind auch große, weltentrückte Popsongs. Mit dem an Yacht-Pop erinnernden Stück »Ilajaly« haben sie sogar einen echten Hit für die Massen. Sommer 2016 garantiert auf jedem Festival zu sehen. Außer vielleicht beim Wacken.
Suralin sind vier Jungs aus Chemnitz in klassischer Bandbesetzung. Ihr Album heißt »No Star« (Atomino), zehn Songs haben sie in kürzester Zeit aufgenommen. Das klingt jetzt erst mal alles nicht so wahnsinnig aufregend – die Art und Weise, wie hier großartiger Indie-Rock geschrieben und mit hängenden Schultern runtergespielt wird, ohne sich auch nur eine Sekunde den Anstrich eines beschissenen Rockstars zu geben, ist aber schon bemerkenswert. Erscheint auf dem Label Atomino, verschwestert mit dem super Live-Club gleichen Namens, der seit so vielen Jahren in Chemnitz die Stellung hält.

Suralin

No Star

Release: 02.10.2015

℗ 2015 Suralin / Atomino Tonträger

Die Zielgruppe der Band Man Behind Tree ist recht durchschaubar: Typen, die so ein bisschen in der musikalischen Vergangenheit von Indie- und Power-Pop der späten 1980er und frühen 1990er hängen geblieben sind, aber auch mal was Neues und nicht immer nur ihre alten Big-Star- und Pavement-Scheiben hören wollen. Für diese häufig etwas verschobenen und meist grundsympathischen Kerlchen ist »Snoqualmie« (Solaris Empire) nicht weniger als eine Sensation. Unverschämt harmonische Hits, mehrstimmiger Gesang, ein bisschen Krach, ein bisschen Melancholie und keine weiteren Fragen.

Man Behind Tree

Snoqualmie

Release: 13.11.2015

℗ 2015 Solaris Empire

Nachdem die Band Frittenbude ja neulich aus Versehen die gleiche Platte wie 2012 noch mal herausgebracht hat, zeigt ihr Label Audiolith nun mit der Veröffentlichung des Albums »Totschlagargumente« (Audiolith) der Rostocker Rap-Crew Waving The Guns, dass sie doch immer noch die stabilste Plattenfirma im Game ist. Die nicht nur aus Style, sondern auch aus Selbstschutz mit Sturmhauben maskierte Truppe ist aggressiv, schlau und politisch, dabei aber auch als Antithese zum immer etwas sozialpädagogischen Zeckenrap zu verstehen.

Auf 16 Tracks mit tightesten Oldschool-Beats wird hier mit viel Herz, Witz und Dringlichkeit gegen Bullen, Nazis, Mehrheitsgesellschaft und eben auch Wack-MCs gefrontet und vom Leben in einer Welt erzählt, in der auch mal die Fäuste fliegen. Da kann ich als bebrillter Wimp nur staunen und meine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen.

Waving The Guns

Totschlagargumente

Release: 30.10.2015

℗ 2015 Audiolith

Moonbike

Snapshot

Release: 02.10.2015

℗ 2015 moonbike

»Random Hurray« (From Lo-Fi To Disco!) von The Spaghetti Wings ist zwar schon vor ein paar Monaten erschienen, doch nachdem mir King Kalk, der Pate des Kölner Gitarren-Undergrounds, diese Hamburger Band empfohlen hat, möchte ich nun noch nachträglich mitteilen, dass dieses Album vieles vereint, das es abzufeiern gilt: einen schrägen, etwas kaputten, aber doch liebevollen Sound zwischen Lo-Fi-Beats, Psychedelic und Folk, schön naive Melodien, Retro-Charme und eine stille Größe, wie sie viele Alben haben, die aus reiner, privater Leidenschaft entstanden sind. 

The Spaghetti Wings

Random Hurray

Release: 27.02.2015

℗ 2015 From Lo-Fi to Disco!

Das Duo East Ends klingt auf seiner EP »Hat’s The Furthest Place From Here« (Homebound) wie eine komplette kleine Band zwischen Songwriter-Punk und Akustik-Emo. Eher melodisch als schrammelig und mit einem wunderbaren Gespür fürs leicht Unperfekte, spielt die Band um Songwriter Tim Becker aus Dortmund fünf melancholische Sommer-Hits runter, die wirklich jeder sofort kapiert. The Power of Einfachheit. 

East Ends

What's the Furthest Place from Here? - EP

Release: 11.09.2015

℗ 2015 Homebound Records

Folgt uns auf

  • Playlists
    mehr
  • Abos
    mehr
  • folgen
    mehr