×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Neue DVDs mit Marc Seebode

Heimkino

Winterzeit, Zeit für's Heimkino in 16:9 und Dolby Surround. Marc Seebode hat sich für euch die neuesten DVD-Veröffentlichungen angeschaut.
Geschrieben am
Black Book
Zwei erwähnenswerte Spionagefilme hatte das Kinojahr 2007 zu bieten: Ang Lees 'Gefahr und Begierde' startete im Herbst in den Kinos, während Paul Verhoevens 'Black Book' bereits im Mai lief und nun auf DVD erhältlich ist. Obwohl die beiden Filme mit ihren Schauplätzen in China und in den Niederlanden räumlich voneinander entfernt liegen, haben sie doch das gleiche Thema: Das Überleben unter fremder Besatzung im zweiten Weltkrieg und der Versuch, den Feind mithilfe einer jungen, hübschen Untergrundagentin zu infiltrieren. Was bei Ang Lee alles sehr bemüht wirkt und, so wirkt es an vielen Stellen, künstlich auf eine Länge von über zweieinhalb Stunden aufgebläht wurde, hat Verhoeven mit seinem ersten europäischen Film seit über 20 Jahren zu einem wirklich grandiosen und in vielerlei Hinsicht klug über übliche Hollywood-Schemata hinausgehenden Werk herausgearbeitet. Der wichtigste Unterschied zwischen beiden Werken: Während Lee seinen Film in einer sehr sauberen Umgebung präsentiert, strotzt Verhoevens Film fast nur so vor Dreck, auch in moralischer Hinsicht. Was seine Helden damit nochmals wachsen lässt.

Keine Sorge mir geht's gut (Foto)
Lili (Mélanie Lauent) kehrt aus den Sommerferien in Spanien nach Hause in einen Pariser Vorort zurück. Doch zu ihrem Empfang fehlt ihr Zwillingsbruder, Loïc. Sie erfährt von ihren Eltern, dass Loïc nach einem heftigen Streit mit ihrem Vater (Kad Merad) von zu Hause abgehauen ist und seitdem keine Nachricht hinterlassen hat. Lili fällt in ein tiefes Loch. Durch ihre Sehnsucht nach ihrem Bruder und ihren Kummer, dass er sich nicht einmal bei ihr meldet, verweigert sie schließlich die Nahrungsaufnahme, bis sie in ein Krankenhaus eingeliefert werden muss. Nach einigen Wochen ohne Fortschritte erreicht Lili schließlich eine Postkarte von ihrem Bruder: Sie solle sich keine Sorgen machen. Er reise durch Frankreich und es gehe ihm gut. Als weiteren Postkarten aus verschiedenen Orten Frankreichs folgen beschließt Lili sich an seine Fersen zu heften.

Es ist nicht so sehr die Auflösung des Verbleibs von Lilis Bruder, sondern das einfühlsame Schauspiel von Mélanie Laurent, das diesem Film eine ungeheure Stärke und Tiefe gibt. Die Geschwisterliebe zwischen Lili und Loïc ist in jedem Moment spürbar und man ahnt, dass Lili ihren Teil des Bandes, das die beiden verbindet, ein Leben lang festhalten wird. Basierend auf der gleichnamigen Romanvorlage von Olivier Adam, die härter, aber dennoch lesenswert ist, und die mit einfachen, klaren und auffallend kurzen Sätzen das Leben einer anderen Lili schildert, die viel mehr von ihrem Bruder abhängig war und kaum fähig ist eigene Entscheidungen zu treffen, hat Philippe Lioret einen äußerst bemerkenswerten und im Verhalten seiner Protagonistin erstaunlich authentischen Film geschaffen.

Das Mädchen, das die Seiten umblättert
Mélanie ist eine sehr begabte Klavierspielerin. Ihr Traum ist es, die Aufnahmeprüfung für das Konservatorium zu bestehen und eine Karriere als Pianistin einzuschlagen. Doch während ihrer Prüfung wird sie von Verhalten der Jury-Präsidentin und bekannten Pianistin Ariane Fouchécourt (Catherine Frot) aus der Fassung gebracht, als diese während ihres Vorspiels einem Fan ein Autogramm gibt. Die Prüfung ist verhauen. 10 Jahre später arbeitet Mélanie (Déborah François) als Babysitterin der Familie Fouchécourt, die in ihr nicht das kleine Mädchen von einst wieder erkennt. Mélanie gewinnt das Vertrauen von Ariane, die seit einem Autounfall ihr Selbstbewusstsein verloren und nun vor jedem Auftritt Lampenfieber hat. Mélanie wird ein Teil der Famile und zu Arianes Assistentin, die ihr während des Konzertes die Seiten umblättert. 'Das Mädchen, das die Seiten umblättert' ist ein in jeder Hinsicht bemerkenswerter Film um einen, so scheint es, perfekt durchdachten persönlichen Rachefeldzug. Früh ahnt man zwar, dass Melanie nicht aus Gutmenschentum die Arbeit bei Fouchécourts anfängt. Der Plan, der sich aber nach und nach offenbart, treibt einem als Zuschauer aber doch immer wieder ein boshaftes Grinsen ins Gesicht. Bis man an einigen Stellen doch wieder Mitleid mit Ariane bekommt. Doch da geht der Plan schon längst auf.

INTRO zeigt Trailer zu allen drei DVDs.



Wer einen der drei Filme auf DVD besitzen möchte, schreibt eine E-Mail an verlosung@intro.de. Wir verlosen 2x 'Keine Sorge mir geht's gut' (DVD), 3x 'Keine Sorge mir geht's gut' (Buch von Olivier Adam), 3x 'Black Book' (DVD) und 3x 'Das Mädchen, das die Seiten umblättert' (DVD). Betreff sollte der Wunschfilm/-buch sein. Wie immer an dieser Stelle: Viel Glück!