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Heiko Laux

Zwei für die deutsche Musikszene wichtige Labels zeigen mal wieder Profil – wenn auch auf sehr unterschiedliche, in beiden Fällen aber durchaus adäquate Art und Weise. Der Kanzleramt-Labelbetreiber Heiko Laux legt nach 1999 seine zweite Mix-CD vor. Und diese spricht die nimmermüde Sprache des
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Zwei für die deutsche Musikszene wichtige Labels zeigen mal wieder Profil – wenn auch auf sehr unterschiedliche, in beiden Fällen aber durchaus adäquate Art und Weise. Der Kanzleramt-Labelbetreiber Heiko Laux legt nach 1999 seine zweite Mix-CD vor. Und diese spricht die nimmermüde Sprache des Technoclubs. Wer Laux einmal hochkonzentriert hinter dem DJ-Pult gesehen hat, weiß, wie sehr er aufgeht in seiner Tätigkeit. Nicht die Dollar sorgen bei ihm wie bei etlichen der Kollegen für die Meilen auf dem Lufthansakonto, sondern die Liebe zu energischem, kraftvollem Technosound und der Abfahrt im Club. Diese bestreitet er hier mit Tracks von u. a. Acid Scout, Johannes Heil, Jeff Mills, Damon Wild, Ben Sims und Surgeon. Es dürfte klar sein, dass es ihm um eine ausgewogene Mischung aus labeleigenen Tracks, denen von benachbarten und freundschaftlich verbundenen Labels wie Tresor sowie von Künstlern wie Mills geht. Der Rest wurde mit seinen sonstigen Faves der letzten zwei Jahre gefüllt – und das sehr ansprechend. Matthias Schaffhäuser lädt zum vierten “Warenkorb” auf seinem Label Ware. Und macht in der zugehörigen Info eine klare Ansage an die rotierende Musikindustrie: “Alle reden von Krise und Rezession, die (Minimal) Techno-House-Szene soll auch nicht mehr das sein, was sie mal war, und wir bei Ware sitzen vor einem Berg von über 100 Tracks und können uns kaum entscheiden, welche wir für die neue Compilation ‘Warenkorb 4’ nehmen sollen. Als hätten die Musikanten dieser Welt laut ‘scheiß drauf’ rufen wollen. Wir haben es vernommen, danke schön!” Kommen wir zur Musik. Ware hat spätestens mit dem letztjährigen Coloma-Album als offenes Label bewiesen, dass sich sein Territorium nicht an den Minimal- und House-Grenzen beendet sieht. Das macht die Compilation, von Schaffhäuser ineinander gemixt (eher dezent, manchmal auch via Soundeffekt und bei weitem nicht so DJ-mäßig wie Laux – was natürlich auch mit am Genre liegt. Techno ist nun mal eher der Hochleistungssport – um so wichtiger, dass man es mit Soul macht wie Laux), deutlich: von Techhouse bis zu Knister-Klangforschung. Im “Warenkorb 4” finden sich nur wenig alte Labelbekannte (Decomposed Subsonic und Schaffhäuser selbst), dafür aber diverse international bekannte Namen (Bausatz alias Kitbuilders, Jacob Fairley, Markus Güntner) und, was besonders löblich ist, etliche (zumindest mir) bislang unbekannte Leute. Da hat einer konzentriert in seiner Demoschachtel gewühlt.