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Heavy Mood

Tilly And The Wall

Tilly And The Wall waren schon fast vergessen, hiermit gelingt es ihnen aber, ihren Ruf als Twee-Punk-Sympathen zurückzuerobern.
Geschrieben am

Autor: intro.de

Beinah hätte man sie vergessen, aber eben nur beinah. Tilly And The Wall, die Marschkapelle des Lo-Fi-Pop. Nachdem sich die Band aus Omaha ab 2004 mit ihren beiden ersten Alben auf dem Conor-Oberst-Label Team Love eine Nische zwischen melodiösem Indie-Pop, Stepptanz und Wochenendrevolte eingerichtet hatte, begannen sich mit Album Nummer drei die schroffen Kanten abzureiben. Der Band verhalf dies zwar zu einem Gastauftritt in der Neuauflage der US-Serie »902010« sowie weiteren mutmaßlich lukrativen Vermarktungs-Deals, aus künstlerischer Sicht schien jedoch eine Flamme peu à peu zu verglimmen. Wo war es hin, das »Come on, scream loud all you girls and boys«? Augenscheinlich hatte sich die Attitüde nur mal kurz versteckt, war für vier Jahre Zigaretten holen: »Heavy Mood« knüpft mit Songs wie »All Kinds Of Guns« und »Static Expressions« unmittelbar an das Frühwerk an. Die Band lässt Gitarrensaiten krächzen und kombiniert dies sehr charmant mit Melodien aus dem Bonbonladen. In der zweiten Hälfte des Albums verschiebt sich das musikalische Koordinatensystem dezent in Richtung verträumte 80er-Jahre, sodass »Echo My Love« zusammen mit Bananarama auf Robert De Niro wartet. Somit erkämpfen sich Tilly And The Wall ihren Ruf als Twee-Punk-Sympathen zurück.

In drei Worten:
Lo-Fi-Pop / Zigaretten / Charme