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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»The Concrete Confessional«

Hatebreed

Auf ihrem neuen Album tendieren Hatebreed ein wenig mehr in Richtung Thrash, bleiben aber lyrisch so unversöhnlich wie eh und je.
Geschrieben am
Hass gebiert oft die hässlichsten Kinder und pflanzt sich in einem Strudel sich selbst verschlingender Negativität fort. Aufrechte Wut und gerechter Zorn hingegen lassen mitunter wahre Schönheit entstehen, deren Pracht und Würde sich in Gesten und Taten des Widerstands materialisieren – den Hunger auf ein besseres Morgen hinausschreiend und Hoffnung deklamierend. Die geballte Faust wird zur ausgestreckten Hand, oder zumindest zur Marke. Die Metalcore-Veteranen Hatebreed aus Connecticut finden sich auch auf ihrem siebten Album im Spannungsfeld von revolutionärer Attitude und verlässlicher Beständigkeit wieder und werden wohl keinen einzigen Fan vor den Kopf stoßen. Denn selbst wenn sich das neue Songmaterial über weite Strecken deutlich mehr am modernen und knochenharten Thrash Metal anlehnt, zählt im Pit am Ende ja vor allem eines: auf die Fresse, aber mit Karacho. Und so bietet die Band hier musikalischen Kundenservice auf höchstem Niveau und schafft es dabei sogar, die Illusion einer stilistischen Weiterentwicklung zu erschaffen. Man mag das Gebrüll von Rampensau Jamey Jasta als stumpf empfinden und den sozialkritischen Anspruch der Lyrics als simplifizierend erachten. Am Ende bleibt jedoch eine Band, die mit ihrer Botschaft ein Publikum erreicht, das sich vielleicht nicht unbedingt ständig mit den Hintergründen der Gesellschaftspolitik befasst. Und wenn sich auch nur ein Bruchteil dieser Zielgruppe aufgrund der Wirkungsmacht ihrer Heroen entscheidet, das Spiel der technokratisch-herzlosen Verwertungsreligion im Dienste des Wachstums nicht mehr mitzuspielen, dann hat diese Band sehr viel erreicht. Denn die Botschaft lautet: Es ist verdammt noch mal nicht in Ordnung, wie es ist. Und manchmal muss man eben schreien, um gehört zu werden.

Hatebreed

The Concrete Confessional

Release: 13.05.2016

℗ 2016 Nuclear Blast

Hatebreed »The Concrete Confessional« (Nuclear Blast / Warner / VÖ 13.05.16)