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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Die besten Alben des ersten Halbjahres

Halbzeit 2014!

Nicht erschrecken, noch sind es ein paar Monate hin, bis der alljährliche Listenwahnsinn seinen Lauf nimmt. Warum die Wartezeit nicht mit einer - exakt - Liste überbrücken? Das sind unsere liebsten Alben des ersten Halbjahres gewesen.
Geschrieben am

Metronomy - Love Letters (Because / Warner)
»Shoop shoop ahhh ... shoop shoop ahhh ...« Joseph Mount ist ein Arsch. Wurmte einem mit »I’m Aquarius« diese grenzdebile Line ins Ohr und macht das angeblich nicht mal absichtlich. Auf meine Frage, ob er teuflisch lachend im Studio saß, als er den Song aufnahm, zuckte er bloß mit den Schultern und sagte: »Es ist immer besser, wenn dir solch ein starker Moment aus Versehen passiert.« Tja, Mr. Mount, das mag wohl sein, aber bei einer solch geballten Hit-Dichte wie auf »Love Letters« unterstelle ich einfach mal eine gewissen Begabung. »Love Letters« lässt einen das akkurate Einordnen (klar, da sind die Dexys drin, und Motown-Coolness und sicher auch »Wild Honey« der Beach Boys) und das harte Kritisieren völlig vergessen und bringt einen zurück zur reinen Freude eines guten Popsongs. (Daniel Koch)

 

 

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Swans »To Be Kind« (Mute / Goodtogo)
Referenzbands, die wiederkommen sind oft wie die Katze, die dir aus Dankbarkeit einen zerrupften Vogel auf die Fußmatte legt. Schöne Geste, aber irgendwie auch eklig und für alle Beteiligten unnötig. Doch bei dieser Platte muss man eben nicht die alten Platten im Kopf haben, um bei der neuen alle Augen zuzudrücken. Grumpy old men machen fiesen, schnoddrigen, sich in schmierigen Drogen wälzenden Noise-Rock, dem wir alle egal sind. Nimm das, Gefallsucht! Dieses Album kennt die Rockgeschichte ab dem Punkt, wo die Tanzbands verschwanden und der Selbsterfahrungstrip begann und es speit uns alles mit viel Dynamik und einem Knurren ins Gesicht. Und ich persönlich mag Alben, die im besten Fall als Freigänger durchgehen und denen man in jeder Sekunde alles zutraut. (Carsten Schumacher)

 

 

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Fennesz »Bécs« (Editions Mego / Groove Attack)
Christian Fennesz ist einer dieser Künstler, die zumindest gefühlt schon immer da waren und dennoch nie an Relevanz eingebüßt hat. Mit »Bécs« kehrt der experimentierfreudige Gitarrist zu einem der wohl wichtigsten Labels seiner Heimatstadt Wien zurück: Editions Mego. Dort veröffentlichte Fennesz vor knapp 13 Jahren seine Großtat »Endless Summer«, an die er vergangenen Mai mit »Bécs« verblüffend stimmig anknüpften konnte. Verträumte, elektronische Versuchsanordnungen und ein experimenteller, ja fast schon abenteuerlicher Umgang mit der Gitarre machen »Bécs« zum denkbar unscheinbarsten Sommer-Album des ersten Halbjahres. (Philip Fassing)

 

 

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Mac DeMarco »Salad Days« (Captured Tracks / Cargo)
Mac DeMarco bringt das Slackertum zurück. Auf seinem neuen Album »Salad Days« verstrickt der junge Kanadier im stilsicheren Neunziger-Jahre-Outifit das Frühwerk von David Bowie mit den Beatles und Pavement. Melodien, die cremig dahinfließen wie Eiskugeln auf einem heißen Pfannkuchen. Hallo Sommer, da bist du ja! Weirdo-Bubblegum-Glam-Pop eines 23-jährigen dem die Zukunft gehören könnte. (Bastian Küllenberg)

 

 

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La Dispute »Rooms Of The House« (Big Scary Monsters / Al!ve)
 Intro ist nicht das Fachmagazin für Hardcore-Spielarten, klar. Heißt aber nicht, dass solche Musik nicht auch hier über die Redaktionsflure schallt. Dabei zuvorderst: Das neue La Dispute-Album. Weil: So dringlich, so dynamisch, so emo, so schroff. Das ist die Musik, die laufen muss, wenn man das Gefühl hat, vor lauter Sound gar nichts mehr zu spüren. Dafür ist jedes La Dispute-Album zu empfehlen, das neue Werk aber mehr denn je, auch wenn es nicht ganz zu hart ist wie die Vorgänger. Kaum ein anderes Album lief in den letzten sechs Monaten auf meinem Teil des Flurs öfter. (Christian Steinbrink)

 

 

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Caustic Window »Caustic Window«
In den 1990ern lieferte Aphex Twin mit seinen »Selected Ambient Works« den schönsten und beunruhigendsten Score des Jahrzehnts. Seitdem umgibt Richard D. James etwas Geheimnisvolles, das sich über unzählige Pseudonyme und Veröffentlichungen, kombiniert mit öffentlicher Zurückhaltung, zum Mythos auswuchs. Das unveröffentlichte »Caustic Window«-Album gehörte lange dazu. Der über Crowdfunding finanzierte Release viele Jahre nach Entstehung gibt einem jetzt noch mal eine Idee davon, wie kunstvoll seine elektronische Musik den Zeitgeist treffen und gleichzeitig an ihm nagen konnte. Irgendwie klingt das auch bedrohlich, so als käme das Erscheinen noch zu früh für das Album. Die Musik eines unheimlichen Geistes aus der Zukunft. (Wolfgang Frömberg)