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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Ma Ya

HABIB KOITE & BAMADA

Den kennt hier keiner. Das ist nicht gut. HABIB KOITE ist einer der populärsten Musiker in seiner westafrikanischen Heimat Mali, und seine Musik ist traditionell verankerter Pop, der im Umkehrschluß durch die Vereinnahmung dessen, was die verstreute westliche Welt (in welcher Himmelsrichtung auch im
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Autor: intro.de

Den kennt hier keiner. Das ist nicht gut. HABIB KOITE ist einer der populärsten Musiker in seiner westafrikanischen Heimat Mali, und seine Musik ist traditionell verankerter Pop, der im Umkehrschluß durch die Vereinnahmung dessen, was die verstreute westliche Welt (in welcher Himmelsrichtung auch immer) daraus hervorgebracht hat, viel aussagen kann über Musik als universelle Kraft. BAMADA, die Band, spielt leicht mit Funk, einer Art US-afrikanischer Harmonieauffassung und deutlich mit den universell gültigen Ästhetiken des Jazz, die vorführen, woher diese Musik (und mit ihr / nach ihr / durch sie die gesamte neuzeitliche Populärmusik in ihren Grundlagen) letztlich kommt. Angesichts KOITEs virtuos-luftig den Atem raubenden Gitarrenspiels läßt sich darüberhinaus nochmal die Frage hernieder, ob Afrikaner eigentlich alle aus dem Bauch eines Instruments geboren werden...!? Nicht plakativ, nicht aufdringlich, sondern mühelos eindringlich vermag KOITE unversehens politische Zusammenhänge aus privaten nicht wie ein Zauberer das Karnickel aus dem Zylinder zu ziehen, sondern wie ein Mensch den Hut vor einem anderen: "If reason was a man, he would not be a racist. / If friendship was a man, he would not be a racist. / It is just a state of mind." Grundsätzlichkeiten und -bedürfnisse, Lebensmut und -lust, Ruhe und Wärme. Macht Sonne im Herzen: keine kitschig-bemühte Verklausulierung, sondern Fakt.