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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

I Put A Record On

Gudrun Gut

Das Schöne und Beeindruckende an Gudrun Guts Label war schon immer, dass die Musik, die dort erscheint, sich so konstant stimmig in den selbst geschaffenen Genre-Kosmos einfügt, ohne eintönig zu sein. Statt auf dem – ohne Frage erstklassigen – Malaria!-Pferd in den Sonnenuntergang zu reiten, sucht s
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Das Schöne und Beeindruckende an Gudrun Guts Label war schon immer, dass die Musik, die dort erscheint, sich so konstant stimmig in den selbst geschaffenen Genre-Kosmos einfügt, ohne eintönig zu sein. Statt auf dem – ohne Frage erstklassigen – Malaria!-Pferd in den Sonnenuntergang zu reiten, sucht sie immer weiter in den entlegensten Ecken nach Neuem, das passt. Ganz uneitel als Katalognummer 55 präsentiert die Chefin jetzt ihre erste eigene Soloplatte, die, und auch da kann man nur staunen, auch wieder alles umsetzt, was sie von ihren Artists zu wollen scheint. Auf einem Ambient-inspirierten Basis-Buzz rollen und klopfen dubhousige Beats; Samples von Boogie-Woogie über Blues bis zu Tango schmeicheln sich unauffällig in die Tracks, und nicht selten sing-flüstert Gudrun Gut englische Lyrics in das sphärische Soundmiasma, die den Großstadt-Märchenwald-Vibe noch verstärken. Am wenigsten typisch und doch mit am eindringlichsten ist vielleicht der gemeinsam mit Manon P. Duursma entstandene Track “The Wheel”, der am Ende sanft in eine Alltags-Rauschen-Collage ausfranst. Schön und unerwartet auch: eine Coverversion eines Stücks der letzten Smog-Platte, “Rock Bottom Riser”, die den Gitarrenminimalismus des Originals kongenial in Synthie-Melancholie verdreht.