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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Grüner Samt

Marsimoto

Der »schwarze Jack Black« beziehungsweise der »weiße Barry White« bringt basslastige Songs wie »Alice im Wlan Land« – absurder Humor auf Helium statt platter Kiffer-Blödsinn.
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Abgesehen von diversen Stolperfallen, die der Boulevard zuletzt für ihn bereithielt (kissing Cora Schumacher ...), wurde Marteria erst so richtig bekannt, als er vor zwei Jahren mit »Zum Glück in die Zukunft« direkt in die Charts reiste. Dabei blickt der Rostocker auf eine ellenlange Vorgeschichte zurück: Neben diversen Underdog-Crews wäre da zum Beispiel auch sein verstrahltes Alter Ego Marsimoto, das eine komplett andere Seite des Rappers aufzeigt. Denn während Marteria bei Stefan Raab im Schrottauto im Kreis herumfährt, wettert Marsimoto mit Heliumstimme gegen den Ausverkauf und fragt sich: »Was ist denn mit der Realness?«

Ja, was ist denn nun mit dem ältesten aller HipHop-Werte? Wer das Album des »schwarzen Jack Black« und »weißen Barry White« anhört, stößt auf jede Menge höchst amüsante Wortspiele und eigenständige, enorm basslastige Sounds, die eher nach UK als nach dem Mutterland der Rapmusik klingen. Songs wie »Alice im Wlan Land« oder »Indianer« strotzen vor absurdem Humor und sind trotzdem alles andere als platter Kiffer-Blödsinn. Auch wenn die hochgepitchte Stimme Marsimotos beileibe nicht jedermanns Sache sein dürfte und über 16 Songs auch durchaus anstrengend werden können, ist »Grüner Samt« eine eigenständige, mutige und logische Weiterentwicklung von einem der deutschen Rap-Hoffnungsträger.

In drei Worten: Helium / Realness / Verstrahlt