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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Ein amerikanischer Idiot

Green Day

Paul McPike sitzt in seinem Gemüseladen in Medford, Oregon. Das Radio läuft ständig. Immer wieder wehen einzelne Songs von Green Days "American Idiot" durch den Raum. Paul kratzt sich am Kopf. Irgendwie kommt ihm das alles schwer bekannt vor. Über Jahre hat er immer wieder sein Deja-Vu bei Songs wie
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Paul McPike sitzt in seinem Gemüseladen in Medford, Oregon. Das Radio läuft ständig. Immer wieder wehen einzelne Songs von Green Days "American Idiot" durch den Raum. Paul kratzt sich am Kopf. Irgendwie kommt ihm das alles schwer bekannt vor. Über Jahre hat er immer wieder sein Deja-Vu bei Songs wie "Jesus of Suburbia". Dann schüttelt er immer wieder den Kopf, ach was, vergiss das.

Doch diese Zeit ist jetzt endgültig vorbei. Paul hat sich offenbar eingestanden "Ich bin der Autor dieses Songs. Nein, des ganzen Albums. Ich habe es vor Jahren in der High School geschrieben." Ganz guter Amerikaner reicht er prompt eine Klage ein: "I went and listened to the whole album and there it was: my songs right there. They hadn't been changed a bit, except for guitars and drums." Wie aber sind diese Songs nun in die Hände von Billy Joe Armstrong und Konsorten geraten? Auch darauf hat Paul eine Antwort: ein Freund wird sie damals mitgeschnitten haben und diese Aufnahmen dann Green Day zugespielt haben. So einfach, so logisch. Als Beweis bringt er einfach das Album mit und macht deutlich, dass Armstrong nicht genau die Wörter singt, die im Booklet stehen - ist doch alles offensichtlich! Und jetzt kommt das Ungeheuerliche: der öftliche District Judge hat die Klage abgelehnt, bis Paul mit weiteren Beweisen ankommt. Herr im Himmel, was will dieser Richter denn noch?

Jetzt verklagt Paul Warner Bros im US District Court in Portland. Die Aufgabe des Anwalts übernimmt er kurzerhand selbst. Grosszügig sagt er sogar: "I am really happy with the job they did with my songs actually." Geht es ihm dabei um Geld? Oh nein, Paul hat ehrenwerte Gründe: "It's more the principal. Those were my songs and I want credit." Intro.de wünscht Paul alles Glück dieser Welt.